Die Kneeser Mundart
(von Annemarie Ebner)

 
   
 

Während des „großen Schwabenzuges“ (1763-1772) wurden unter Kaiserin Maria Theresia vorwiegend in der Banater Heide zahlreiche Dörfer besiedelt. Die Siedler kamen hauptsächlich aus der Gegend um Trier, Mainz, aus Lothringen, Luxemburg, der Pfalz und aus Franken.
In Knees ließen sich 1796 mit 23 Familien die ersten Deutschen nieder. Diese kamen nach Möller („Wie die donauschwäbischen Gemeinden entstanden sind“) aus Billed. Zwischen 1796 und 1823 kamen weitere Siedler aus Billed hinzu. Die ersten Kneeser waren also Nachkommen von Billeder Erstsiedlern, die in Billed keinen Platz mehr fanden und deshalb ins benachbarte Knees abwanderten. Aber auch aus anderen Nachbargemeinden kamen neue Siedler dazu.
Im Laufe der Zeit setzte sich in Knees, basierend auf dem Billeder Dialekt, eine Mundart durch, welche die charakteristischen Merkmale des Rheinfränkischen aufweist, wobei sich auch pfälzische Elemente durchgesetzt haben. Deshalb wird der Kneeser Dialekt als rheinfränkische fescht Mundart bezeichnet. Typische Merkmale  der Kneeser Mundart sind:

  • das hochdeutsche b wird wie p ausgesprochen
    z.B. Bub = puu, Korb = Korp
  • b wird im Inlaut zu w
    z.B. Rüben = riewe, Giebel = keewel, Grieben = kriewe
  • das hochdeutsche d wird wie t ausgesprochen
    z.B. Dorf = torf, Daumen = taume, Dach = tach
  • das hochdeutsche g wird im Anlaut als k ausgesprochen
    z.B. Gans = kans, gelb = keel, gut =kuut, Gelberübe = kelriep, Giebel = keewel
  • g wird im Auslaut ch
    z.B. Teig = toich, Trog = trooch, Pflug = Pluch
  • g fällt zwischen Vokalen aus
    z.B. tragen = traan, fragen = frooe, Wagen = waan
  • g wird nach l und r zu ch oder j
    z.B. borgen = porche, Sorgen = sorche, morgen = morje
  • pf wird zu p
    z.B. Pflug = pluch, Pflaster =Plaschter, Apfel = appel
  • st wird zu scht
    z.B. fest = fescht, Mist = mischt, Ostern = ooschtre, Nester = nischter
  • s ist im An- und Auslaut immer stimmlos; auch im Inlaut wenn es einem ss oder ß entspricht.
    z.B. süß = sies, grüßen = kriese, müssen = misse
  • zwischen l und k  oder ch erscheint ein Sproßvokal
    z.B. Kalk = kallich, Milch = millich
  • charakteristisch ist das Auftreten eines Stützlautes
    z.B. Gassentüre = kassetiertche, anders = anerscht
  • lange Vokale werden in der Mundart kurz
    z.B. Kuchen = kuche, Nudel = nudel
  • Kurze Vokale werden in der Mundart lang
    z.B. Futter = fuuder, Brett = preet
  • der Dativ wird oft durch einen präpositionalen Akkusativ ersetzt
    z.B. Er sagt zum Hausherrn  = er saat iwer de hausheer ..
  • der Genitiv wird immer umschrieben
    z.B. Er zählt die Schafe des Bauern = er zählt ti schoof vom pauer.
  • oft ist der Singular von Substantiven identisch mit dem Plural.
    z.B.     a hoor <-> ti hoor (das Haar, die Haare)
    a fahne <-> ti fahne (die Fahne, die Fahnen)
  • bei der Pluralbildung von Substantiven tritt der Umlaut auch dort auf, wo wir ihn in der Hochsprache nicht finden.
    z.B.     ti wään <-> die Wagen
               ti tääch <-> die Tage

  • manche Substantive haben ein anderes Geschlecht als in der Hochsprache
    z.B.     te worscht  = die Wurst , te poter = die Butter, te faane = die Fahne,  es scherz = die Schürze

  • abweichend von Substantiven der Hochsprache, wo Singular und Plural gleich sind oder der Plural nur durch Umlaut gekennzeichnet ist, tritt in der Mundart als Pluralzeichen „e“ auf.
    z.B.   ti kessle = die Kessel, ti mottre = die Mütter, ti fattre = die Väter, ti schlachtre = die Schlächter
  • charakteristisch beim Verb ist das Fehlen des Umlauts oder der Tonerhöhung in der 2. und 3. Person Singular Indikativ Präsens
    z.B.  er laaft = er läuft, er halt = er hält, er leest = er liest

  • das Passiv wird mit „geben“ gebildet
    z.B.  es keft kaaft = es wird gekauft

  • manchmal wird eine doppelte Verkleinerungsform verwendet:
    z.B.  e pisselche, e Steckelche, e Schängelche, a Reindelche.

(zurück zum Anfang)

 
 


Wörterbuch zum Kneeser Dialekt
(erstellt von Annemarie Ebner)

[A] [B] [C] [D] [E] [F] [G] [H] [I] [J] [K] [L] [M] [N] [O] [P] [Q] [R] [S] [T] [U] [V] [W] [X] [Y] [Z]

 
Aaich, -e
Eiche, -n
Aaichle
Eicheln
Aaj, Aajer
Eier
Aajerspeis
Rührei
Aajerwissel, Aaajerwisselche
Wiesel
aanbaue
etwas verlieren
aanfremme
etwas nach Maß anfertigen
aangeduddelt
angetrunken
aanghollnes Khent
angenommenes, adoptiertes Kind
aanhalle
1. bitten, 2. anhalten
aanranze
schroff, heftig anreden, anschnauzen
aantraan
anbieten
aarich
arg, schlimm, sehr
aartlich
sonderbar, merkwürdig
Aawenner
Grasstreifen am Rand der Flur, wo man den Pflug wendete
abholle
1. abholen, 2. fotografieren
abmache (z.B. Frucht abmache)
Getreide abmähen
abprieje
abbrühen
abschaue
etwas nachahmen
abschieße (von der Sonn abschieße)
ausbleichen
abschpeene
abstillen; Kind, Kalb, Ferkel etc. der Muttermilch entwöhnen
abschpenzich mache
jemandem etwas ausspannen
absenaad
abweisend
Abweiche
Durchfall
Abweschfetze
Geschirrspültuch
Adje
Gruß beim Verabschieden, auf Wiedersehen (aus fr. adieu)
Ahring
Melodie
akarwann
irgendwann
akarwas, akarwer
irgendwas, irgendwer
akarwie
irgendwie
akarwo
irgendwo
Akazapaam
Akazie
Akratzle
Stachelbeeren
akuraat
sorgfältig, genau (aus lat. accuratus)
Aldemarsch zahle
eine Runde bezahlen
aleenich
allein
Allawitschka
türkischer Honig
alleeger
frisch, munter (aus fr. allegre)
allegebott
immer wieder
alleritt, allerittlang
immer wieder, andauernd
allert
munter, lebhaft( aus fr. alerte)
allerterhand
allerhand, allerlei
altfattrisch
jemand der durch sein Aussehen oder sein Wesen einen alten Eindruck macht
Ambaschur han
1. Mut zu etwas heben, 2. Lust, Gefallen an etwas haben
amment
vielleicht
annanner
aneinander
annerscht, annerschter
anders
annerthalb
eineinhalb
annre
andere
Aport
Klosett
Appel
Apfel
Appelmeischer
eine Mehlspeise in Öl/Fett gebacken
äppeltänzrisch
ungeduldig
Arenda
Pacht
Assekuranz
Versicherung
asso
also
Attich
Holunderbeermarmelade
Atwokaat
Rechtsanwalr
Atzel
Elster
Auder
Euter ( Kuh oder Ziege)
Au, Aue
Auge, Augen
Auedeckel
Augenlid
Aueglaas
Brille
Auezant
Eckzahn
ausbeidle
etwas ausschütteln
ausdengich
etwas vergessen
ausgeize
Seitentriebe an Pflanzen entfernen z.B. an Tomatenpflanzen
aushill(i)che
aushöhlen
ausnanner
auseinander
ausprieje
ausbrüten
austreede
1. auswringen, 2. etwas ab-/zudrehen
auswenzich
1. außen, 2. auswendig (etwas auswendig lernen)
auswertig
auswärts
auswitsche
entkommen, entwischen
awwer
aber
 
Baare
sumpfiges Gewässer, Teich (aus rum. bara)
Baart
1. Bart, 2. Kinn
Baatschi
Bezeichnung für älteren Herrn, Onkel (aus ung. bácsi)
Backfleisch
Fleisch paniert und frittiert
Bär
1. Bär, 2. Zuchteber
Bäredreck, Bärezocker
Lakritze
Bagaasch
Gepäck, aber auch Gesindel (aus fr. bagage)
Bakkalaureat
Abitur, Reifeprüfung
Bakschisch
Trinkgeld; Bestechungsgeld (aus dem Pers.)
balweere
rasieren
bamble
baumeln
Barbarablumm, -e
Kapuzinerkresse
Barch
kastriertes männliches Schwein
beeidiche
beglaubigen
beidle, ausbeidle
schütteln, ausschütteln
Beidlschneider
Betrüger, Gauner
beifeere
Getreide einfahren
beinanner sen
1. beieinander sein, 2. in gutem/schlechtem Zustand sein
Beistand
Trauzeuge
bekeppe
verstehen, begreifen
Bekesch
Schaffellweste (aus ung. bekecs)
Belzebu
Kinderschreck, Teufel, Dämon
Bettbronser
Feuerwanze
Betjar
Schelm, Schlingel (aus ung. betyar)
Bezich
Daunen-, Federdecke
Biko
Stier ( aus ung. bika)
Bilanz
Lenker vom Fahrrad
Bitt
Bottich, rundes Holzgefäß
bleche
zahlen, bezahlen
Blieje
Blüten
blieje
blühen
Blutzuckler
Blutegel
bockspeenich
bockig, stur, eigensinnig
Boddem
Dachboden, Speicher
Bogantsch
hohe, geschnürte Winterschuhe (aus rum. bocanci)
Bohnekreizche
Bohnenkraut
bolund
verrückt  (aus rum. bolind)
Boozemann, Boozenickel
Kinderschreck, vermummte Gestalt
Botterblum
Löwenzahn
brauche
durch Zauberhandlungen und Sprüche eine Krankheit bannen
Brehm
Bremse
Breincher
Patschkukrutz (Puffmais), der beim Erhitzen leicht bräunlich wird, aber nicht aufplatzt
Brieftasch
Geldbörse
brieje
1. brüten, 2. brühen
briezich
zum Brüten bereit - Vögel, Geflügel
Brinse
Schafskäse (aus rum. brinza )
Bruschtmauer
brusthohe Mauer, die den Gang des Bauernhauses zum Hof hin abschließt
Bruschtzocker
Kandiszucker
Budjelar
Geldbeutel
Bunda
Schaffellmantel (aus ung. bunda)
burgusche
zanken, streiten
busereere
jemanden drängen
Buu, Buuwe
Bub, Buben
Buwespätzcher
Schupfnudeln
Bux
Hose
Buxekrombeere
Kartoffeln mit der Schale im Ofen gebacken
Buxhorn
Frucht vom Johannisbrotbaum
 
cholrisch
jähzornig, aufbrausend, leicht erregbar
 
Damm
befestigte Straße
deka
Gewichtseinheit, 1 deka = 10 g
Demjon
große Korbflasche
derdorch
1. dadurch, deswegen  2. hindurch
derdriwwer
darüber
derfoor
dafür
dergeger, derwedder
dagegen
derhem
daheim
derhinner
dahinter
derneewer
1. daneben, 2. wirr, verrückt
dernoo
danach
derzu
dazu
derzwischen
dazwischen
derr
dürr
dezi
Volumeneinheit, 1 dezi = 100 ml
Diktandoheft
liniertes Heft
Diwan
Liegesofa (aus pers. Diwan)
Dorchzug
1. Durchzug, 2. Balken der Stubendecke
driwwe
drüben
driwwer
darüber
dronner
darunter
Dunschtobst
eingemachtes Obst
Dunschtpulver
Konservierungsstoff, Salizylsäure
Dusch, Duscher
heftiger Regenschauer
 
ecksteenich (ecksteeniches Himmet)
kariert (kariertes Hemd)
ee (ich han ee ke Zeit)
sowieso
Eecht
Egge
Eedechs
Eidechse
Eel
Öl
eender
eher, früher
Eiskaschte
Kühlschrank
Eismänner
Eisheilige
ekskepress
etwas zum Trotz machen
Elektrisch (die ...)
Straßenbahn
Enbrenn
Mehlschwitze
endle
den Rand eines Stoffes einfassen, um Ausfransen zu verhindern
engehn
einlaufen beim Waschen
Engelche
Enkelkind
Englischreiderei
Karussel
engraawe
eingraben
enleeje
(Obst) einlegen
enprokle
einbröckeln
ensaan
einsagen, vorsagen
enschläfre
1.ein Kind zum Schlafen bringen, 2. narkotisieren
enwenzich
innen
Enwohner, -in
Mieter, Mieterin
enzelweis
einzeln
enzle
zu dicht stehende Pflanzen vereinzeln, ausdünnen; Saat lichten
Epplmoj, -e
rumänische Berglandbauern zogen mit Planwagen durch die Dörfer und verkauften Äpfel
Ertpier(e)
Erdbeere(n)
eschtemeere
respektieren, achten, schätzen
Eselsbank
Strafbank für faule, interessenlose und unartige Schüler
Esszeich
Besteck
Erwus, Erwusse
Erbse(n)
 
Faatsch
Verband, Bandage
faatsche
verbinden, fest umwickeln
faawle
phantasieren
Fascheertes
Fleischpflanzerl
Faulenzer
1. faule Person, Müßiggänger, 2. Linienblatt zum Unterlegen um auf einem unlinierten Blatt  Papier gerade schreiben zu können
fechte
betteln
Fedderbicks
Federmäppchen
Fedderjud
Käufer von Geflügelfedern
Fedderrausch
Inlett
Fedderreescher
einfache Gartennelken
Feddre schleisse
Federn entkielen
Feerscht
Ferse
Feewer
Februar
Feier
1. Feuer, 2. Feier, Fest
fekse
ernten (aus österr. fechsen)
Feldhinggle
Kartoffeln mit der Schale im Ofen gebacken
Feltscher
Sanitäter, ursprünglich Feldscherer
Ferchtschesser
Angsthase
Fetzeteppich
Fleckerlteppich, handgewebter Teppich aus Stoffresten
Fickmill
Mühlespiel
fiedre
füttern
Fies, Fiesjer
Füsse, Füsschen
Fillche
Fohlen
Fischkaal
Rechtsanwalt
Fitschefeil
Pfeil und Bogen
Fitzel, Futzel
kleines Stück
Fläppche
schwacher Schlag
Flackerzigeinre
mit dem Wagen umherziehende (nicht sesshafte) Zigeuner
Flaks, -e
Sehne, -n
flangeere
ziellos herumlaufen, herunstrolchen
Flarre
großes Stück
flatschre
flattern
Fleckle
Fleckerl, aus Nudelteig hergestellte Suppeneinlage
Fleddderwisch
Wisch (Flügel von Gans oder Ente) zum  Zusammenfegen von Mehl
Fleem
sehr dünne Haut
Fleischbank
Metzgerei
Fleischhacker
Metzger
fleteere
schmeicheln, gut zureden  aus fr. flatter
Flieger
Flugzeug
Flitsche
Flügel
fluddre
stauben, aufstauben
foppe
necken
Fopper
Schnuller
for
1. für, 2. um zu, 3. als, 4. vor
for das
dafür
fornanner
füreinander
fratschle
auf dem Markt Waren feilbieten
Fratschlerin
Marktweib
Fratz
ungezogenes Kind
frecke
verrecken
Freind, Freindschaft
Verwandte, Verwandtschaft
freschmelkich/altmelkich
eine Kuh, die frisch gekalbt hat/ eine Kuh, die wenig Milch gibt
frotzle
necken, aufziehen
Frucht
Weizen
fuchse (jemand fuchst sich)
ärgern (jemand ärgert sich)
fuchtich
zornig
fuchtle, romfuchtle
gestikulieren
fugeie
herumlaufen (aus rum. a fuga)
Funzel
schwaches Licht
fusche
stehlen
Futtilcher
kleine, längliche, braune Kletten( waren in der Wolle der Schafe)
futsch (etwas ist futsch)
weg, verloren
Fuuder
1. Futter, 2.Fuhre, 3. Hohlmaß für Wein
 
gaach; gaach noff/nunner
schnell, plötzlich, unvermittelt; steil hinauf/hinunter
gaapse
gähnen
Gänselewwer
Bratkürbis im Ofen gebraten/gebacken
Galljer
Hosenträger
Galljerstreck
1. Galgenstrick, 2. Gauner
Gallotschen
Gummischuhe (aus rum. galosi)
Gallrei
so nannte man Rüssel, Füsse, Ohren und Schwanz des Schweines
bevor man davon "Sulz"(= Sülze) kochte
Ganauser
Gänserich
gar net, gar nimmi
überhaupt nicht, überhaupt nicht mehr
Garnieschn
Vorhangstange (aus österr. Karnische, Karniese)
gauze (de Hund gauzt)
jaulen, bellen
geckich
affig, albern, närrisch
geere
gern
Geewel
Giebel
Gehleit/Metleit
Gegeneltern, bezeichnet das Verhältnis zweier Ehepaare, deren Kinder miteinander verheiratet sind
gehlings
schnell, hastig
Gehmotter/Metmotter
Gegenmutter, bezeichnet das Verhältnis der Mutter zu den Schiegereltern ihrer Tochter bzw. ihres Sohnes
Gehvatter/Metvatter
Gegenvater, bezeichnet das Verhältnis des Vaters zu den Schiegereltern seiner Tochter bzw. seines Sohnes
geipe
betteln
Geiss
Ziege
gekwelltne Krombeere
Pellkartoffel
gell
nicht wahr?
Gelriewe
Gelbe Rüben, Möhren
Gels, -e
Stechmücke, -n
Gemeindehaus
Rathaus
gen
1. geben, 2. werden (ich gen glei fertich = ich werde gleich fertig)
gepeetnes Broot
Toastbrot
Gepick
Zahnprothese
Gerechtichkeit
Hausplatz mit Hof und Garten
Gerwe
Hefe
get, geft (es get gsaat)
wird  (es wird gesagt )
getaucht
geduckt
Gfach
Fach, Schublade
gfilltnes Kraut
Krautwickel
Gfrett
Ärger, Plage, Mühe
Gfries
Gesicht (abwertend )
Gfrornes
Speiseeis
ghopst wie gschprong
egal
gischter
gestern
gliedich
glühend
gmeenerhand
(für) gewöhnlich, allgemein
Goldoder
Hämorrhoiden
Good, Goodsach
Patin, Geschenk der Paten
Griewe
Grieben
Grindnickel
mürrischer, kritischer Mensch
gschliwwert voll
randvoll
gschprigelt
gesprenkelt
Gschweere
Geschwür
Gschwisterengel
Geschwisterenkel, Cousin 2. Grades
Gschwisterferkel, Gschwistertorephoschte
weitläufige Verwandtschaftsgrade
Gschwisterkent
Geschwisterkind, Cousin, Cousine
guckse
heimlich schauen
Gummipuschka
Schleuder
gunne, vergunne
gönnen, vergönnen
Gurgel
Kehle
Guste han
auf etwas Appetit haben
Gutzi
Ferkel
guurich
gierig
Gwanneweech
schmaler Weg zwischen den Ackerparzellen, kommt von Gewanne
 
haaglich
heikel, überempfindlich
Haasebroot
wenn man von der Feldarbeit im Brotsack Brotzeitreste heim-brachte, freuten sich die Kinder aufs "Haasebroot"
Häntsche
Handschuhe
Haftlmacher
Wichtigtuer
haita gehn
spazierengehen - Kindersprache
halbscheerich
halbherzig, unvollständig, zweifelhaft
Halbscheit
Hälfte
halwwer, halwwes, halwwi
halb, halbes, halbe
Hambar
Schüttboden zum Trocknen und Lagern von Mais (aus türk. ambar)
hammer
haben wir
handsam
handlich
happre (es happert)
es fehlt an..., mangeln
Harmenie
Ziehharmonika
Harmenieschtremp
Strümfe die Falten schmeißen wie eine Ziehharmonika
hart rede
laut reden, laut sprechen
Haustuch
Leinengewebe
Hawwer
Hafer
Heddrich
Ackerrettich (gelb)
heemlich
1. heimlich, 2. zahm (z.B. über ein Tier), 3. heimelig
heerisch
die vornehmen Städter und die Studierten (Geschulten) wurden als "Heerische" bezeichnet
Hees
Haxe
heeser, heesrich
heiser
Helfgott
Zuruf an einen Niesenden
Hemmermeische
Grille
hemzus
heimwärts
Heng
Henkel
Herbschtroose
Astern
Herrgottsbrot
Frucht/Samen der Wegmalve
Herrgottspippelche
Marienkäfer
herzus, hinzus
herwärts, hinwärts
Hetschel, Hetschle
Hagebutte(n)
Hewamin
Hebamme
hillich (meer es hillich )
leerer Magen, Hungergefühl haben
Himmet, Himmeter
Hemd(en)
hinfallendi Krankheit
Fallsucht, Epilepsie
Hinggel,Hinggle
Huhn, Hühner
Hinggelche, Hinggelcher
Küken
Hinggelsdärm
Vogelmiere (Unkraut)
hinn - a Viech es hinn
ein Tier ist eingegangen
hinne
hinten
hinnenanner
hintereinander
hinnenanner sen
Streit haben
hinnenoo
hinten nach
hinner
hinter
hinnerom
hinten herum
hinnewedder krien
einen Klaps auf den Po bekommen
Hiwax
Schläge, Prügel
Hiwwel, hiwwlich
Hügel, hügelig
Hockel
(Küchen) Hocker
Hoiropper
landwirtschafliches Gerät um Heu aus dem Heuschober zu ziehen
Hollerbusch
Holunderstrauch
Holzhack
Axt
Hopsascherwel
beliebtes Kinderspiel - "Himmel und Hölle"
hopse
hüpfen
Hookestecke
Gehstock, Spazierstock
Hoor
Haar, Haare
Horraß
lebhaftes, wildes Kind
horassich
lebhaft, wild, unbändig
hoschplich
tollpatschig, ungeschickt, schusselig
Hosseschesser
1. Hosenscheisser, 2. ängstlicher Mensch, Angsthase
hott/haar
Zuruf an Zugtiere  nach rechts/nach links
Hottar, ofm Hottar
Feld, auf dem Feld
hulze
reizen z.B. den Hund "hulze"
Hunnich
Honig
Hutwett
Hutweide, öffentliche Weidefläche
 
Imms
Imbiß
Insel
ausgelassenes Schaffett ( wurde zum Heilen von Schrunden und Rissen der Haut verwendet)
iwwel
übel
iwwer
über
iwwer driwwer
darüber
iwwerecks
über die Ecke
iwwerhaapscht
in etwa, ungefähr
iwwerlaafe
1. schaudern, Gänsehaut bekommen  2. überlaufen - wenn etwas voll ist
iwwernanner
1.übereinander, 2. Personen die zerstritten sind
iwwerzeidich
überreif
iwwerzwerch
1.quer darüber, 2. hinterlistig
iwwrich
übrig
 
jachte
fröhlich toben, herumtollen
jackre
sehr schnell fahren
Jangl
Jacke
jaunre
wimmern, jammern, klagen
Jausn
Brotzeit, Vesper (aus österr. Jausen, aus slowen. Juzina)
Jeener
Januar
jeinre
weinerlich jammern
Jessesmaradjosef
Anruf: Jesus, Maria und Josef
jiwwe
herüben
joomre, jeemre
jammern
juckle
unruhig hin und her bewegen/ rutschen
juckse
jauchzen
 
Kaaschel, a Kaaschel voll
eine Hand voll
Kallich
Kalk
Kalpatz
kleiner Flaschenkürbis, Zierkürbis
Kambel
Kamm
kamble
kämmen
Kanapee
Sofa mit Rücken- und Seitenlehne (fr. canape)
Kandel
Kanne
Kapeerdeck
Zier-, Überdecke für Betten
Kapper
Dill
Kaprautzi
Kinderschreck
Kapritze
Launen, Eigensinn (aus fr. caprice)
kapritzeert
eigensinnig
Kapritzpolster
Zierpolster auf Sofa oder Bett
karascht
rüstig
Karfiol
Blumenkohl
kärkse
quietschen (es Tiertche, te Waan kärkst)
Karmanaadl
Kotelett
Karnitzl
Blaustein, Kupferkalk
Katastraljoch, Joch
öst.-ung. Feldmaß (1 Joch = 0,575 ha oder 5750 Quadratmeter)
Katcher
Männerunterhose (ung.: gatya)
Katschkei
früher ein beliebtes Kinderspiel mit einem Stock und einem zugespitzten Wurfholz
katschlich
wackelig
Kaul, Kaule
Lehmgrube, -n
kauntschle, katschle
wackeln (mit dem Stuhl)
kautze  (de Hund kautzt)
jaulen
Kauzekepp
Larven der Stechmücken
keemerlich
kümmerlich
Keenichin der Nacht
Königin der Nacht,  ein intensiv duftender Ziertabak mit weißen Blüten, die erst in der Dämmerung ihren Duft verströmen
Kehlkraut
Wirsing
Kellerhals
Kellerzugang, der obere Bereich der Kellertreppe
Kepernik
ärmelloser Umhang, Hirtenmantel
Khaane
Hefekahmhaut die während der Gärung entsteht ( z.B. beim Sauerkraut im Faß)
Khapp
Mütze
Kharnaali
Schimpfwort (Miststück)
Khaschte
Schrank
khe
kein/keine
Khend
Kind
Khendsmaad
Babysitter
khenne
1. kennen, 2. können
Kheere
1.Kern, 2. Körner
khepple
streiten, sich zanken
Khersch
Kirsche
kherschtich
knusprig
Kherwus, Kherwusse
Kürbis, Kürbisse
Kherwl
Körbchen
Khesse
Kissen
Khischt
Kiste
Khitt, Khittapl
Quitte
Kiwitz
Kiebitz
kiwitze
beim Kartenspiel zuschauen
Kiwwel
Kübel
Klamber
Klammer
Kleenrichter, Klerchter
Gemeindediener
kleppre
klappern
Klingel (die oder das)
1. Klingel, 2. Knäuel, Wollknäuel
Klingelbeidel
Spendenbeutel in den man während der Messe eine Spende gibt
Kloowe
Klauen
Klotthosse
schwarze, kurze Turnhose aus glänzendem Baumwollstoff
Klumbe
1. Klumpen, 2. schwere, klobige Schuhe auch Holzschuhe
Kluntsch, kluntsche
Schaukel, schaukeln
kluure
glotzen
Knack
Genick
Knackmesser
Taschenmesser mit Feder
knausrich
geizig
Kneppcher
1. Knöpfchen, 2. Knöspchen
knepple
knöpfen
knerre
1. nörgeln, schimpfen, 2. knarren, quietschen
knickrich
geizig
Kniekeilche
Kniekehle
Knippche
kleine Beule
knoddle
trödeln
Knopp, Knepp
1.Knopf, Knöpfe,  2. Blütenknospen, 3. Knoten
Knowwel
Knoblauch
Knuppe
Beule
knuppe
kneifen, zwicken
Kocksle
Haarlocken
koddre
husten und dabei Schleim auswerfen
Kokosch
Hahn (rum.:cocos)
Kombinee
Unterkleid
Komeedi mache
Lärm machen
kommod
bequem (fr. commod)
kopleere
heiraten
Kopp
Kopf
koppnärrisch
verrückt, närrisch
Koppnoodel
Stecknadel
Korn
Roggen
Korscht
1. Brotkruste, 2.Wundkruste
Korwel (Aajer-, Mehlkorwel)
Körbchen aus Stroh oder Maislieschen geflochten
Kosch
derb für Mund
Koschel
eine Handvoll
Kotarke
Maisschuppen (hier wurde der gelieschte Mais getrocknet
aufbewahrt)
Kotzka
Karo
Kraagle
ein Kartenspiel
Kraak
Krähe
Kraane
1.Zapfhahn beim Bier-, Wein-, Schnapsfaß, 2. Fischgräten
krakeele
1. herumschreien, 2. Unruhe stiften
Kramaasch
Siebensachen
Krambambel
Schnaps mit Zucker kurz angezündet
Krambe
1.Verschluss an Kleidung (Haken und Ösen), 2. Krampf
Kramlpogatschle
Gebäck mit Grieben (meist gesalzen)
Kranzkuche
Hefezopf
Krapautzi
Kinderschreck
Krautpletsche, Riewepletsche
Krautblätter, Rübenblätter
Krawwelcher
Portulakröschen
krawwle
1.krabbeln, 2. klettern (er krawwelt of de baam= er klettert auf den Baum)
Krech, kreche
Knick, knicken
Kredenz
Küchenschrank mit Vitrine, Anrichte
kreezich, kroozich
schimmelig
kreische
weinen
Kreizcherehrmichnetan
empfindliche Person
krekse
krächzen
Krell, Krelle
Halsschmuck - Perlenkette
Krembl
unnütze Dinge, wertlose Sachen
Krent
Wundkruste, Schorf
Krentschness
Fieberausschlag an der Lippe, Herpes
krepiere
verenden (Tiere „krepieren“)
Kreschkend
Christkind
Kretsch
Feldhamster
kriddle
1. nörgeln, kritisieren, 2. tadeln
krien
1. grün, 2. bekommen
Krien
Meerrettich, Kren
kriene Worscht
frische Bratwurst, nicht geräuchert
Krieneise
Reibe, Reibeisen
Krienwerschtcher
Wiener Würstchen (man aß sie mit geriebenem Kren)
Krienzeich
Petersilie
Krischpindl
kleine, schmächtige Person
Krispaam
Christbaum
krittle
tadeln, kritisieren
Kroddeulaker
einfaches Taschenmesser mit Holzstiel
Krombeer, Krombeere
Kartoffel(n)
Krombeerflutte
Kartoffelpuffer
Krombeerzocker
Traubenzucker
krommle
1.Knurren des Magens, 2. nörgeln
Krott, Krodde
Kröte, Kröten
kruuckse
gurren
Kruppatz, Kruppsack
1. kleines Kind, 2. freches, vorlautes Kind
kruppatzich, kruppich
1. klein, schwächlich, 2. frech, vorlaut
Krutz ( vom Appel)
Apfelputz
kruwwlich
kraushaarig, gelockt
Kschwisterengel
Cousine, Cousin 2.Grades
Kschwisterkend
Cousine, Cousin 1.Grades
Kuddelfleck
Kutteln, Kaldaunen (gereinigte und gekochte Teile des Rindermagens)
Kukandl, Grooskukandl (geh doch zu deiner Kukandl)
weitläufige Verwandte
Kukrutz
Mais (östr. Kukuruz, aus serb. Kukuruz)
Kukrutzbreche
Maisernte
Kukrutzkholwe
Maiskolben
Kukrutzlische
Blätter, die den Maiskolben umschließen, Maislieschen
Kukrutz lische
Blätter vom Maiskolben entfernen
Kukrutz riwwle
Maiskörner vom Kolben streifen
Kuckucksschecke
Sommersprossen
Kuhflarre
Kuhfladen
Kuhhalder
Kuhhirte
Kuhhalt
Kuhherde
Kulenner
Kalender
Kuless
Kutsche
Kulraap
Kohlrabi
kulwich
klobig, plump
kumbe/kumme
schlummern, ein Nickerchen machen
Kumber/Kumberche
Nickerchen
Kupfer
Koffer
Kuraasch
Mut (aus fr. courage)
kurazich
geizig, sich nichts vergönnen
kurgle
kugeln, rollen
Kurwatsch
Karbatsche, Riemenpeitsche (aus ung. korvacs)
kuschiwarm
schön warm, kuschelig warm
Kutsch
Mistbeet
Kwaake
Löwenmaul
Kwaschtle
Quasten
kwatschnaß
sehr naß, durchnäßt
Kwecke
Ackerunkraut welches schwer zu vernichten ist
kwerb
Gelenk
Kwerz
Gewürz
Kwerzneegelcher
Gewürznelke
Kwetsche
Zwetschgen
Laad
Sarg
laaigle, ablaaigle
leugnen, ableugnen
Lackel
großer, starker Mann
lahmlackich
langsam, träge
Lake
Pfütze (östr Lacke)
lameteere
jammern, klagen (aus lat. lamentari)
Lander
Laterne (aus fr. lanterne)
landle, romlandle
trödeln, herumtrödeln
Langosch
in Öl gebratenes Hefeteiggebäck (meist Brotteig)
langscht (jemand geht langscht)
vorbei (jemand geht vorbei)
Lawoor
Waschschüssel (aus fr. lavoir, lat. lavare)
lax
nachlässig, nicht streng (aus lat.  laxus)
Leckwar
Marmelade
Leede (de Leede aangess)
etwas zuviel und zu oft gegessen
leedich
überdrüssig
leedleewich
lustlos, gelangweilt
Leeter
Leiter
Leezelter
Lebkuchen
lehne, herlehne
leihen, ausleihen, verleihen
lehre
lernen
Leibche, Leiwl
Weste
Leicht
Begräbnis, Beerdigung
leije
liegen
Leiksbeen
O-Beine
Leintuch
Bettlaken
leitre
zu dicht stehende Pflanzen ausdünnen, vereinzeln; Saat lichten
leitschei(ch)
menschenscheu
Leiwelsknepp
1. kleine, runde, silbrig glänzende Knöpfe der Trachtenweste, 2. kleine, runde, scharfe Paprika
lepsch
ein Nahrungsmittel ohne Geschmack, fade
Leschgummi
Radiergummi
Liebeidel, Liematz
Lügner
lieje
lügen
Lifze
Lippen
Lische
Maisblätter, - lieschen
Lischeblumm, - e
Gladiole, -n
liwwre
liefern
liwwrich (di Millich es liwwrich)
gestockt (gestockte Milch, saure Milch)
Logel
Holzgefäß - Wasserbehälter für Pferde
loowlich
lauwarm
luck (de Kuche, di Erd es luck)
locker (der Kuchen, die Erde ist locker)
Lumbel
Lunge
lummrich
schlaff, lappig, welk
Lump
1.Windel, 2. schlechter Mensch
lunze
wenn man nicht gleich aufsteht, faulenzen
Luster
Deckenleuchte, Kronleuchter (aus fr. lustre )
luure
spannen, neugierig schauen
 
Maa
Magen
Maad
Magd
maaje  gehn
jemanden besuchen
Maas, Maassoome
Mohn
Maasch
Meische
Maatche (mei Maatche)
Kosewort für kleines Mädchen
Männerleit, Weiwerleit
Männer, Frauen
Märzkrichelche,-er
Hyazinthe,-n
Madam
Hebamme
malak
erschöpft, matt, schlapp
Malder
Mörtel
Maleer
Unglück, Unheil, Pech, Missgeschick (aus fr. malheur)
Maligan
Alkoholgehalt im Wein
Mamaliga
Maisbrei
Mandel
1. Mantel, 2. Mandel (Frucht), 3. Rachenmandel
Manila (schnur)
Schnur, Bindfaden
March
Knochenmark
margeere
sich aufspielen, herumstolzieren
marod
kränklich (aus fr.maraude)
maschtich
kräftig (vor allem bei Pflanzen), gut beieinander
Matratz
Bettdecke aus Satin/Seide gefüllt mit Schafwolle/Daunen/Federn
Mauerwolf
Maulwurf
maulfertich
schlagfertig, redegewandt
Maulkei
Mundharmonika
Maulpiere
Maulbeeren
meer
wir
Mehlspeis
Kuchen, Gebäck
Meis, Meisje
Mäuse, Mäuschen
Meisel, Meisje
Schweinefilet
menne
meinen
Mensch (das)
Mädchen, Frau
merb
mürbe
Merkstembel
eine Lehre sein
Merschl
Mörser
metnanner
miteinander
Metzelsopp
Brühe (Suppe) beim Kochen von Blut- und Leberwürsten
Mick, -e
Fliege, -n
Mickepletscher
Fliegenklatsche
Mill
Mühle
Milllich
Milch
Miloon, -e
Melone, -n
Minnich
kastriertes Pferd
Minnsje
Kätzchen
Minsch
Freundin
minscht - am minschte, di minschte
meist - am meisten, die meisten
mocklich
mollig
Molder
Wanne
mopse
entwenden, stehlen (bei Kleinigkeiten)
morje
morgen (am nächsten Tag)
morsch
grob, schroff
Motterflecke
Muttermal
Muck
Mutterschwein in Kindersprache
muddle
vor sich hin brummeln, unterdrückter Ausspruch des Unwillens
Muhai
eine Hirseart?
Mumrelle
Morelle, eine Art Sauerkirsche
Mundroos, -e
Pfingstrose, -n
murkse
unordentlich arbeiten
Muschkattel
Geranie (aus ung. muskátli)
mutzich
trotzig, schmollend, schlecht gelaunt
Nachtesse
Abendessen, Abendbrot
Naupe
Launen
nauszus, ninzus
hinaus, hinein
Nascht
Ast
Nawwel
Nabel
Neegelcherpaam
Fliederbaum
neeje
nähen
Neeni
Bezeichnung für ältere Frau, Tante ( aus ung. Néni)
neewe
neben
neewenausgehn
fremdgehen
neewenanner
nebeneinander
neewetraan
1. daneben, nebenan, 2. verwirrt, verrückt
Neigwerz
Piment
netze
gießen
nersch
närrisch, verrückt
Newwel
Nebel
nimmi
nicht mehr, nie wieder
nin, naus
hinein, hinaus
Nischt
Nest
Nischtkwaak
Nesthäkchen
niwwer
hinüber
noff, roff
hinauf, herauf
noffzus
aufwärts
noffschtreppe
hochkrempeln (z. B. die Ärmel)
Nohteel
Nachteil
noo
dann
noonanner
nacheinander
nor, norre
nur
nowwel
nobel, vornehm
Nuddelwalljer
Nudelwalker, Nudelholz
Nunn
Nonne
Nunnaagel
Sicherheitsnagel am Wagenrad
nunner
hinunter
nunnerzus
hinunter
 
Ochsezentner
Ochsenziemer, gertenartiger Stock oder Peitsche
Ochtem
Atem
off
auf
offem, offter
auf dem, auf der
offheewe
1. aufheben, 2. aufbewahren
offlaane
auftauen
offnanner
aufeinander
off(ee)mol
auf einmal
offgedonnert
recht herausgeputzt
offlaane
auftauen
offpotze
1. Fußboden wischen, 2. etwas schmücken, 3. sich herausputzen
offstawwre
aufstöbern
Ometz, -e
Ameise, -n
Omork
Gurke (aus ung. uborka)
ondoleert (ondoleerte Hoor)
gewellt (gewellte Haare)
oneenich
uneinig
Ongeziwwer
Ungeziefer
onne
unten
onnenanner
untereinander
Onnerstock
das Hemd der Frauentracht unterhalb der Taillie
onnertaachs
tagsüber
onnetronner
darunter
Ooder, Oodre
Ader, Adern
Oolich
Öl
ooscheerich
klein, kümmerlich
Oowe
Ofen
Oowet
Abend
Orwusse
Reste beim Essen, wenn man nicht alles aufißt
oschärich
klein, mißraten
Oschterschellcher
Narzissen
Ottomaan 
niedriges Liegesofa (aus fr.ottomane)
Owacht
Achtung
owacht gen
aufpassen
Oweda
Kindergarten (aus ung. ovoda)
Owerscht
Schlagsahne
owwe
oben
owwedriwwer
obendarüber
owwedroff
obendrauf
owwenoff
obenhinauf
Owwerstiebche
Gehirn
 
Paam
Baum
Paampicker
Specht
Paawelschnur
Baumwollschnur
Pajtasch
Kumpel
Palm
Buchsbaum
Palmkätzcher
Weidenkätzchen, sie werden mit Buchsbaum an Palmsonntag geweiht
Pappelroos, -e
Stockrose, -n
Paprikasch
Gulasch
Paraadikhesse
Zierkissen auf Bett oder Sofa
Paraadizimmer
schön hergerichtete vorderste Stube, die nur bei besonderen Gelegenheiten  benutzt wurde
Parchet
Barchent (Baumwollflanell)
pareere
parieren, ohne Widerspruch gehorchen (aus lat. parare)
Parputche
abwertend für Sippschaft, Verwandtschaft ( aus
ung. pereputty)
Parteis
Tomate (aus östr. Paradeis )
partiklich
obergescheit, affektiert
Paschkenaat
Pastinaken
Paschtuur
Statur, Figur, Gestalt
paseere
1. es passiert, es geschieht etwas, 2. etwas durch ein Sieb passieren
Passion han
Begabung, Vorliebe für etwas haben
passioneert
begabt, von etwas begeistert sein
Patentschtremp
feingerippte Baumwollstrümpfe
Patsche
mit Leder besohlte gestrickte oder gehäkelte Schuhe
patsche, offpatsche
platzen, aufplatzen
Patschkukrutz
Popcorn (entsteht durch starkes Erhitzen einer speziellen Maissorte - Puffmais)
Patze
Klecks
patze
1. klecksen, 2. Fehler machen
Patzer
Fehler
Patzpapier
Löschpapier
Peischl
säuerliches Gericht aus Tierinnereien (Leber, Lunge, Nieren, Herz)
peise
1. beissen, 2.jucken („ti Haut peist mich“ oder „te Kopp peist mich)
Pelzenickel
Krampus
Perpendikel
Uhrpendel
perplex
verblüfft
Pertzel
Hinterteil von Geflügel
phänne
pfänden
Phanz
Bauch
Phatt
Pate
Phertspolle
Pferdeäpfel
Pherrhinggel, Pherrhinggle
Perlhuhn, Perlhühner
Phersch
Pfirsich
phetze
zwicken, kneifen
phike
1. picken ( Hühner picken die Körner auf), 2. kleben
phike pleiwe
1.sitzen bleiben, Klasse wiederholen 2. hängenbleiben
Phickgraas
Gras mit schmalen Blättern und ährenförmigen Rispen, die sich an die Kleidung klebten
Phicksach
Klebstoff
Phickzeich
Flickzeug für Fahrradreifen
phinatzich
quengelig
phischpre
flüstern
Phissem, -e
Fussel, -n
phissmich
fusselig
Phool
Pfahl
phossle
basteln, tüfteln
Phott, -e
Baumknospe, -n
pichte
lauern
Pier
Bier
Pier, -e
1. Birne, -n (Frucht), 2. Glühbirne
piggle
bügeln
Piggleise
Bügeleisen
Pipatsch, -e
Mohnblume, -n
Pipotz
Hampelmann
Pippelche, -r
1. kleiner Käfer, 2. ein frisch geschlüpftes Küken
pipple
nippen, in kleinen Schlucken trinken
Pirl, Trauwepirl
Perle, Traubenperle
Pischkotten
Biskuit
Pischel
Büschel
pissi, a pissi, a pisselche
ein wenig, ein bißchen
Pitang
Taugenichts, Schuft, Schurke (aus ung. bitang)
Pitt, Pidde
Holzbottich, -r
Pizikel, Pizikle
Fahrrad, Fahrräder
plackich, plackkoppich
kahlköpfig, glatzig
Plafoon
Zimmerdecke (aus franz. plafond)
Plechkrombeere
Kartoffel auf dem Blech im Ofen zubereitet
plecke
Kruste von einer Wunde entfernen, Kirschen entkernen
plennre
umziehen (Wohnort, Wohnung wechseln)
pletsche
1. klatschen, 2. jemandem einen leichten Flaps (Schlag) geben
Plie, Plieje
Blüte, -n
Plooder/Wasserplooder, Ploodre
Blase/Wasserblase, Blasen
plooe
plagen
plosfissich
barfuss
ploskoppich
ohne Kopfbedeckung
Pluch
Pflug
Plunse
mit Wurstfleisch gefüllte Blase (vom Schwein)
Podem
Dachboden, Speicher
Pojatsel
Hampelmann, Bajazzo, Narr ( aus fr. paillasse)
Pokel
Rücken
pokelranze traan
jemanden huckepack auf dem Rücken tragen
Pokeltasch
Schulranzen
Poks, Poksesack
Hose, Hosentasche
pollre
knallen
Polschterzippe
mit Marmelade gefülltes Hefegebäck in Öl/Fett ausgebacken
Poofel
etwas Wertloses, Minderwertiges
Posnack
Hühnerrasse, die kahl um den Hals ist
Potka
Streit, Ärger
potze, ofpotze
schmücken
Potzi
Kälbchen (in der Kindersprache)
Pratze
manchmal für Hände
Preesel
Brösel
preeselweis
nach und nach
Preesem
Brotinneres
prelle
weinen
Prick
Brücke
pritschle
plantschen
proddle
nörgeln
Profession
Beruf
Professionist
Handwerker, Facharbeiter
Pronnekatz
Gerät mit drei nach oben gebogenen Eisenhaken, an einer Schnur befestigt. Man holte damit in den Brunnen Gafallenes heraus oder hing daran etwas zum Kühlen in den Brunnen.
protzich
stolz, eingebildet („sei net so protzich“), prahlerisch
Prunjer
Pflaume (aus rum.prune)
Puickel, -e
Truthahn (aus ung. pulyka), Truthähne
pumbre
1. laut und heftig klopfen, 2. poltern
Pumpeller, Pumpellre
Schmetterling, -e
Pumrantsch, -e
Orange, -n
Puntche
kleine Brücke ( aus rum. punte), Steg
Puppelche
Säugling
Pussem
Busen
pussle
küssen
Putsche
Büschel
Putschneegelcher
Bartnelken
 
 
Raafangskehrer
Schornsteinfeger, Kaminkehrer
Raawer, Raawre
Räuber
Raaze
Serben
Radeerer
Radiergummi
Raki
Schnaps (aus rum. rachiu)
Rakiknopp
Adamsapfel
Rambasch
Traubensaft im Gären bevor er Wein wird
Randl han
unausstehlich sein, spinnen
Rant (a Rant genn)
Stoß (einen Stoß versetzen)
Rappelche
Rassel
rapple (de Wecker rappelt)
klingeln
rass
ranzig
raulich (wie e Hund)
dürr, hager, erbärmlich
rawellisch
rebellisch, aufrührerisch
rawiat
wütend, grob, ausfallend
rechle
1. röcheln, 2. rechen, harken
Reen
Regen
reeschte
rösten
reetze, Hanf reetze
Hanf in Wasser rösten
Reije
Rist, Fußrücken
reije, Reijrad
lenken, Lenkrad
Reindel
flacher Kochtopf, Kasserolle
Reipholz, Reiphelzer
Streichholz, Zündholz
Reiwer
Flügelschraube
Reiwerei
kleine Unstimmigkeit/Zwistigkeit
Rekamee
Sofa (nach Madame J.Recamier)
rekomandeere
einen Brief per Einschreiben  verschicken
ren, komm ren
herein, komm herein
Rengelkraut
Wegmalve
Rengelschpill
Karussell
Renn, -e
Rinne,-n
resch
knusprig
retreere
die Flucht ergreifen
richt
gerade (nicht schief)
Richter
Bürgermeister
Ridigil 
Handtasche (aus fr. reticulaire)
Ringlott, -e
Reneklode, Pflaumenart (aus fr. reine-claude)
Rippstrang
Wirbelsäule, Rückgrat
Ritt
Rüde, männlicher Hund
riwwer
herüber
Riwissle
Johannisbeeren (aus östr.Ribisel)
riwwle
reiben
Riwwle, Riwwewlcher
Suppeneinlage aus Nudelteig hergestellt -der Teig wurde über das Reibeisen geribbelt
Rockestecke
Spinnrochen
rollze
wälzen
rom, es es rom
vorbei, es ist vorbei
romphike
im Essen herumstochern, appetitlos essen
rondrom
rundherum
ronner
herunter
ronnerzus
abwärts
roode Riewe
rote Beete
roose
toben, tollen
roppe
1. pflücken, Obst ernten 2. rupfen (z.B. Huhn)
Rotzblumm,-e
Iris, Schwertlilie,-n
Rotznaas
1. triefende Nase, 2. freches, naseweises Kind
ruddle
rütteln
rumoore
rumpeln, lärmen
Runzle
Falten in der Haut
rupplich
rauh, uneben
ruschple
rascheln
Ruuscht
Ruß
 
Sacktuch
Taschentuch
Salangari
Hirschhornsalz
Salettel
Laube beim Wirtshaus
Saloonzocker
Bonbons zum Behängen des Weihnachtsbaumes
Salvett
Serviette
Salwenn
1. Kante an Gewebe (Stoffen), 2. Rand an geräuchertem Speck oder Schinken
Salzamt
fiktive Behörde, die für Beschwerden zuständig ist
Sammetveijule
Stiefmütterchen
sapperlott, sapperment
Ausruf des Unwillens, Erstaunens (verdammt, verflucht)
sapple
sich beim Essen  verkleckern
Sappeltuch
Lätzchen
Sauerrambel
Sauerrampfer
Schaal
1. Tasse, 2. Schale, 3. Halstuch
Schaap, Schaawe
Motte, -n
Schalamaadi
junger Mais als Grünfutter fürs Vieh
Schampoodel, Schampoodle
Rüsche, -n
Schandaar
Gendarm
Scharetta
zweirädriger Einspänner (aus rum. sareta), Sandläufer
scharwenzle
schmeichelnd umwerben
Schecke, Kuckucksschecke
Sommersprossen
scheeli Millich, di Millich hat a Stich
Milch die nicht mehr genießbar ist
Scheet
Grenze zwischen zwei Grundstücken
schelle
klingeln
Schengelche
Schränkchen
schenne
schimpfen
schepp
schief, schräg
scheppe
schöpfen
Scherwel – Nachtscherwel, Blumescherwel
Topf – Nachttopf, Blumentopf
Scherwel,Scherwle
Scherbe, -n
Scherz, Scherzer
Schürze, -n
Scherzel
Anschnitt eines Brotlaibs
schicker
beschwipst
Schickseltuch
Kopftuch im Nacken geknotet
schidde
1. schütten, 2. Junge werfen (Schwein), kalben (Kuh)
schiech
scheu
Schießkraut
Spitzwegerich
Schießpaam
Pyramidenpappel (Pappel mit säulenartigem Wuchs)
Schiffonär
Kleiderschrank (aus fr. chiffonniere )
Schiller
1. Schulter, 2. Schüler, 3. Rosèwein
Schilpe
Erdschollen
Schinaagel
kleines Ruderboot/Kahn (aus ung. csónak )
Schinner
Schinder, Abdecker
Schipp
Schaufel
Schippel (Hoorschippl)
Büschel
schittre
zu dicht stehende Pflanzen vereinzeln, ausdünnen; Saat lichten
schiwatzich
schuppige Haut
schiwwle
etwas Rundes rollen lassen
Schlaajer
Schleier
Schlaajerblumm, -e
Schleierkraut
schlageert
vom Schlag getroffen
Schlappe
Hausschuhe, Schlappen
Schlawiener
Nichtsnutz ( aus östr. Schlawiner)
Schlawittche, am Schlawittche holle
Kragen, am Kragen packen
Schlee
Schläge, Prügel 
Schleicherte
eine Art  Arbeitsschuhe aus leichtem Leder
schleimre
auf dem Eis schlittern
Schleiß
dünner Faden an  der Bohnenhülse
Schleng
Türklinke
Schleppsäwel
Säbel am Band
schlichtich (di Sopp schmeckt schlichtich)
mehlig, schleimig
Schliede
Schlitten
Schliwwer
Schiefer, eingezogener Holzsplitter
Schloose
Hagel
Schlopp
1. Schleife, Masche, 2. Schlinge
Schlotterfässche
Behälter zum Aufbewahren vom Schleifstein für die Sense
Schluckerte
Pflaumenart ( kirschgroße, gelbe Früchte)
Schluckser
Schluckauf
schlurpe, schlurpse
schlürfen
Schluß, em Schluß
Taillie, in der Taillie
schmaichle
streicheln
schmarotzlich
einschmeichelnd
Schmeer
Flomen, rohes Bauchfett des Schweins (wird zum Backen von „Schmeerkrappe“ verwendet)
Schmorre
Schmarren (eine Art Mehlspeise aber auch etwas Wertloses, Unsinniges)
schmuudich
schwül
schnaddre
1. vor Kälte zittern, 2. Enten schnattern
schnausrich
wählerisch beim Essen
Schnauz, Schnauzer
Schnurrbart
Schneidergees
kleine Libellenart
Schnepp
Ausgießer an Gefäßen
Schneppskapp
Schirmmütze
Schness
1. Maul, 2. derb für Mund, 3. Rüssel vom Schwein
Schnitt
Getreideernte
schnooke, gschnookt
hochschießen, hochgeschossen( z.B. bei Pflanzen)
schnorkse
schnarchen
schnorre
jemand unwirsch anfahren
Schnuddellappe
Lätzchen
Schnur
1. Bindfaden, 2. Schwiegertochter
schnurstracks
geradeaus
Schnutt
unwilliger Gesichtsausdruck, schräg gezogener Mund
schockle
schaukeln, rütteln
Schoofploodre
Windpocken
Schoofpuntzle
Kotkügelchen von Schafen
Schopp
Schuppen, Scheune
Schorm, em Schorm
Windschatten, im Windschatten
Schraagel
Holzgestell das den Bauernwagen abschließt
schrägs
schief
schrägs schaue
schielen
schroo (das kommt mer schroo vor)
nicht geheuer, sonderbar, eigenartig
Schrumbel, Schrumble
Falte, -n , Runzel, -n
Schrumbel
Waschbrett
schrumblich
faltig, runzelig
Schtumbatzmillich
Wolfsmilch, Euphorbia
Schubladkaschte
Kommode
schucke
mit leichtem Schwung zuwerfen (z.B. Ball)
Schuhwicks
Schuhcreme
Schunge
Schinken
Schurak
Oberteil, eine Art Jacke der Sonntagsfrauentracht
schurpe
schürfen
Schursach mache
extra etwas tun
Schuwwer
aufgeschichteter Stroh- oder Heuhaufen ( östr. Schober)
Schweinsbär
Eber
Schweinsohre
wenn jemand unmusikalisch ist, hat er Schweinsohren
schwenge
Wäsche spülen
Schwerleit
Schwiegereltern
Schwermotter, -vatter,
Schwiegermutter, -vater
Schwor
Schwager
Sää
Säge
Sechsuhrblumme
Abendduft, eine Levkojenart mit einfachen rosafarbenen Blüten, die ihren Duft in der Dämmerung entfalten
Sehnerin
Schwiegertochter
Seij
Sieb
selmols
damals
Sekant
jemand der einen anderen ärgert
sekeere
jemanden ärgern
semmer
sind wir
siwwe
sieben
Sodawasser
Sprudel
Sodebikeboone
Sodabikarbonat
Spalettlaade
hölzerner Fensterladen an der Innenseite des Fensters
Spautz
Spucke
spautze
spucken
Spautzkäschtche
Spucknapf
Spennoodel, Spengelnoodel
Sicherheitsnadel
spenne
spinnen - 1. Herstellung von Garn, 2. das Klettern einer Kletterpflanze, 3. verrückt sein
Spennwett
Spinnwebe
Spetackel
Lärm
spirenzich
dünn, schwächlich
Spitaal
Krankenhaus
Spogoot
Bindfaden, Paketschnur
spruck
spröde, brüchig
Spundus han
Angst haben
Staabzocker
Staubzucker, Puderzucker
staat
1. langsam, 2. leise
Stafeer
Aussteuer
staleere
beanstanden, jemand hat etwas auszusetzen
Stambelglas
Schnapsglas 2cl
standepeed
sofort
Staniolpapier
Silberpapier, Alufolie
Stanitzel
spitze Tüte in Form eines Kegels (aus östr. Stanitzel)
Stecke
Stock
Stecker
1. Stücke, 2. Stoffreste
stecker
etwa, ungefähr
stecksich
muffig riechend
steipe
stützen (z.B. Bäume steipe)
Stembel, Tisch-, Stuhlstembel
Bein, Tisch-, Stuhlbein
Stenner, Fettstenner, Krautstenner
Metallgefäß zum Aufbewahren von Fett, Krautfass
stichle
reizen, hetzen
Stielche
Schemel
Stiewe
Launen
stiwitze
sich listig etwas aneignen, stehlen
stipperlich
plötzlich
Stoppelzieher
Korkenzieher
Stopper
Stopfen, Korken
Storze
Strunk, Wurzel
Stossvogel
Habicht
strack
steif vor Kälte
stracks, schnurstracks
geradeaus
strawanze
ziellos herumlaufen, sich herumtreiben
Streppcher
Scheibengardinen
streppe
umziehen (Kleidung wechseln)
Streppworzel
Pflanze mit Blättern ähnlich dem Meerrettich, wurde als Spinatzusatz/ersatz verwendet
Stretzel
klare Farbe zum Tünchen
Stroß
Kehle, Gurgel
struwwlich
zerzaustes Haar
studdrich
ungeschickt
studeere
1. studieren, 2. nachdenken
Stuhlrichter
Bezirksrichter
stumbich
stumpf
stuppe; Stupper
stoßen, schubsen; Stoß, Schubser
Stuppert
Ableger  z.B. Muschkattlstuppert
Stutzer
Bierseidel, wurde auch zum Wassertrinken benutzt
stutzich
trotzig, stur
Stutzkopp
TRotzkopf
Stutzle
kurz geschnittenes Stirnhaar, Pony
suddle
1. leicht regnen, 2. kleckern
suddre
im Kochen (auf)wallen
suttre
nässen (eine schlecht heilende Wunde suttert)
Swetter
Strickjacke
 
Taachlenner
Tagelöhner
Taachonnachtschatte
Stiefmütterchen
taamisch
schwindlig
taasich
benommen, abgespannt, niedergeschlagen
Taliga, Talitschka
zweirädriger Einspänner (aus ung. taliga)
talkich
albern
Tandelmaark
Trödelmarkt, Flohmarkt
Tannesike
einfältiger  Mensch, Trottel
Tatzel
kleiner Teller, Untertasse
teer
"Ihr" früher auch Anrede für Eltern, Großelte
teerisch
schwerhörig, taub
Teesel
kleiner Behälter, Döschen (z.B. ‚Salzteesl“)
tembich
1. dampfig, 2. asthmatisch, schweratmig (bei Pferden)
Teppe
Topf
teppet
dumm
terfe
dürfen
teschperaat
außer sich sein
tet, tede, tedemer, tedese, teter
würde, würden, würden wir, würden sie, würdet ihr
Tetrahosse
gerippte, weiße Baumwollunterhose
Textnägelcher
kleine Schusternägel
Thalaari
großer, sperriger Gegenstand
Thappe
Abdruck, Finger-, Fußabdruck
thappich
ungeschickt, unbeholfen
thetsche
leicht einschlagen (z.B. zu Ostern: Eier thetsche)
thikse
mit Getränken anstoßen, zuprosten
Thindeblei
wasser-und radierfester Stift
thorgle
torkeln
Thorsch
Rippe vom Krautblatt
thuddre
das Feuer im Ofen thuddert (bullert)
Thuppe
1. Tupfen, 2. kleine runde Flecken
thuschtre
flüstern
Thuwak
Tabak
Thuwaksblumm, -e
Petunie, -n
Tischkorsch
Gespräch, Verhandlung
tischkureere
sich unterhalten, besprechen, lebhaft diskutieren (aus fr. disputer)
Tochtermann
Schwiegersohn
Todder
Eigelb, Dotter
Toich
Teig
Tommjan
Dummkopf
tommle
beeilen
Toodelaad
Sarg
Torchnaner
Unordnung
Torephoschte Niklos
einer, der mit der Tür ins Haus fällt
Torscht, torschtrich
Durst, durstig
Tosen
Dose, Büchse
Traam
1. Traum, 2. Tragebalken (Deckenbalken)
Trafik
Kiosk, Verkaufsstelle für Tabakwaren usw.
Trapp
Treppe
trapp
sandfarben, beige
Trauweklotz, Trauwehengel
Traubenklotz, Traubenhenkel =Frucht der Rebe
treppse
tröpfeln
triwleere
jemanden hartnäckig zu etwas drängen
Troddel, Troddle
Quaste, -n
troddle
trödeln, nicht fertig werden
Troppe
Tropfen 
Trutt, -e
böser Geist, böse Geister
Trutschel
leichtes, liederliches Frauenzimmer
trutze
beleidigt sein
Tschatter
Verkaufsstand, Bude
Tschibeser
Schlingel (aus ung. csibesz)
Tschick
Zigarettenstummel
Tschiubuk
Trinkgeld (rum. ciubuc)
Tschotter
zekleinerte Steine, Schotter
Tuchet
mit Federn, Daunen gefüllte Bettdecke ( östr. Tuchent)
Turteltauwe
Wildtauben
tuschter
dämmrig
Tutasch
Bauch
 
Ulacker
1. einfaches, federloses Taschenmesser, 2. kleiner, frecher Bub
urassich
jemand ist „urassich“ d.h. unwillig
Uwing
Trubel
 
Vedder
Anrede für älteren Mann
Veijule, Veigelcher
Veilchen
vergehn
schmelzen
vergummre, vergummert
nach etwas gelüsten
verhalle, sich verhalle
sich wundern
verhatschne Schuh
ausgetretene, abgetragene Schuhe
verhoppasse
verfehlen, sich versäumen
verkiele, verkiehlt
erkälten, erkältet
verkhoome
vor Hitze vergehen
verkleppre
verrühren, verquirlen
verkrombelt
zerknittert
verleppre
sinnlos Geld ausgeben
verletzeteere
versteigern
vermache
vererben
vermaschkereere
verkleiden, maskieren
vermegeije
verprügeln
verpaxeere
etwas anstellen
verpatsche
zerplatzen
verpiepst
kränklich
verplutzt (verplutzte Appel)
beschädigt, etwas hat eine Druckstelle
verratzle
etwas unschön abschneiden
verroppe
zerreissen
versaufe
1. ertrinken, 2. versaufen
verscherwle
etwas billig verkaufen
verschlappre
verschütten
verschlenzt
verschlissen, abgenutzt
verschrumbelt
geschrumpft, vertrocknet
verspeckert
verängstigt, erschrocken
verstawwert
ganz plötzlich erschrecken, verdattert
Verstoppelches spille, verstopple
Verstecken spielen, verstecken
versuddle
verkleckern
vertranscheere
zerlegen  (Geflügel, Fleisch zerlegen)
verwische (jemande verwische)
erwischen, ertappen
verwixe
verprügeln
verzähle
erzählen
Voorbhalder/Ausbhalder
Austragler, Altenteiler (ehemalige Bauersleute, die den Hof übergeben haben)
Vorfall
Bruch
Vorlaaf
starker Schnaps, der erste Durchlauf beim Schnapsbrennen
vormjohr
in letztem Jahr, vor einem Jahr
 
Waan
Wagen
Waanschmeer
Wagenschmiere, Schmierfett
Waarzel, Waarzle
Warze, -n
Wacke
großer Kieselstein
wackrich
wach
walljre
walken, mit dem Nudelwalker Teig ausrollen
wammer
1. wenn wir, 2. wenn man
wann
wenn
wannse
wenn sie
Watz
Eber
watzich (watzichi Erd)
schwere, von Wasser vollgesogene Erde
Weech abschneide
Weg abkürzen
Weechschesser
Gerstenkorn (am Auge)
Weechsteier
Gleichgewicht
Weidling
großes, tiefes Metallgefäß mit zwei Seitengriffen
weise
zeigen
weißle
tünchen
wellich
1. wellig, 2. welk
Wenderveigelcher
Goldlack (braun-gelbe, duftende Blume)
wenzle
rollen, kugeln
Weps,-e
Wespe,-n
Werr, Werre
Maulwurfsgrille,-n
Wiche
Docht
Wie
Wiege
wiedich
1. zornig, 2. tollwütig
Wimmel, Wimmelche
kleines Bläschen, Pickel
Winete
Aubergine
wischt
häßlich, garstig (wischtes Wedder)
Wittmann
Witwer
Wittweib
Witwe
wiwwle
wimmeln
Woo
Waage
workse
würgen
Worm, Werm
Wurm, Würmer
wormich
wurmig
Worscht
Wurst
Wunner, sich wunnre
Wunder, sich wundern
Wuschi
Fohlen, Pferd - Kindersprache
wusslich
1. flink, 2. fleissig
Wutzi
Ferkel, Schwein - Kindersprache
 
Xeres
Getue, Aufsehen
 
 
Zaam
Zaum, Pferdezaum
zacklich
gezackt
Zalasch
Laufstall für Kleinkinder
zamm
zusammen
zammraame
aufräumen
Zant, Zänn
Zahn, Zähne
Zappepreet
Zapfenbrett, zum Aufhängen von Kleidungsstücken
Zauck
Hündin
zawwle
zappeln
zecke
necken
Zecker
ursprünglich aus Maislieschen geflochtene Einkaufs-/ Tragetasche (später auch aus anderen Materialien), Einkaufsnetz
Zeep, Zeewe
Zehe(n)
zeidich
reif 
Zeller
Sellerie
Zendimetter
Maßband
Zichtel
weibliches Ferkel
ziddre
zittern
Ziehpapier
Krepppapier
Ziggelwachs
Siegelwachs
Ziguri
Kaffeezusatz/- ersatz
Zinnkraut
Schachtelhalm
Zins, Zinshaus
Miete, Mietshaus
zitzelweis
nach und nach, Stück für Stück
Ziwewe
Rosinen (östr.: Zibebe, aus arab. Zabiba)
Zocker
1. Zucker, 2. Bonbons
Zopp , Zepp
Zopf, Zöpfe
Zornnickel
jemand der sehr zornig ist
zrok
zurück, nach hinten
zrockzus
rückwärts
zsammgschnorrt
geschrumpft, zusammengeschrumpft
Zuspeis
Gemüsebeilage
zutzle, zuckle
saugen
Zwack
Astgabel
Zweer
Zwirn, Garn, Nähfaden
zwerch
quer
Zwicker
Haarspange
Zwickibussi
Kneifkuss
Zwiwwel, Zwiwwle
Zwiebel, -n

(zurück zum Wörterbuch)

(zurück zum Anfang)

 
 

Mundartgeschichten
(geschrieben von Dr. Robert Frank)

E Knieser erinnert sich ...

Ich sen e Knieser Schwob, leb awer schon lang nimmi dort. Wie das em Lewe schon so geht, muss mer jo schaue, von wo s täglich Brot herkommt. For das muss mer e Beruf leere on wann mer das derhem net kann, muss mer halt sei Heimatort verlosse on in di "Fremd" gehn. Das war aa bei mir so. Ich leb jetz zeider 27 Johr met meiner Familie en Deitschland, awer ich kann eich schon saan, dass ich "mei" Knies net vergess han; netmol mei Knieser Dialekt han ich vergess. Das es schon e Sach, weil ich han jo kaum Gelegnheit, schwowisch zu redde, hechschtns wann ich mol met alde Knieser Freinde oder Landsleit zammkomm, oder met meim Bruder, de wo aa sei "Motterschproch" noch net vergess hat!
Jo, so es das: wie mer s in der Kindheit geleert hat, so bleibt s eem em Kopp, do kenne noch so vill Johre vergeen. Mer werd emmer so rede, wie eem de Schnawl gewaks is...(so men ich wenschtns!).
Also, was soll ich eich jetz verzähle? Ich wer mol mei geischtiches "Erinnrungsbuch" ofmache on bissi drenrom "bläddre".

Ich sen en Billed of di Welt komm (1929), awer en Knies ufgewaks. Mei Vatter, de Frank Lambert on mei Onkl Hans (Billeder Schwowe) han en Knies di Mill kaaft on sen so Knieser gen. Mei Motter war e Knieserin.
Knies leit so zirka 28 Kilometer von Temeschwar weg. Die Nochberderfer sen Hodonje (Hodoni), Barndjas (Baratzhausen), Billed, Schanderhaas (Alexanderhausen) on Ketfel. Zwischn Barndjas on Mercydorf leit s Kulatschi-er Bad (Kalatscha) - dorthin sen di Schwowe emmer hingfahr for sich gsondbaade. Ich han gheert, dass Kulatschi heit modernisert on e gut bsuchtes Bad es, nor werre heitzutach sicher nimmi so vill Schwoweleit dorthin fahre, well di minschte jo enzwischn woanerscht ehre Tschattre ofgschlaa han...
Knies es e Dorf mit 3 Kerchethirm on di gheere zu 3 Kerche: e rumänischi, e serwischi on e deitschi. (Natierlich sen das zwaa orthodoxe on e katholisch Kerch - awer di Leit han halt so gsaat). Friejer hat mer schon von weidm noch de Raafang von onsrer Mill gsien. De hat mer gebreicht, weil di Mill domols jo noch e Dampfmill war. Di Dampfmaschin war awer so e richziche "Holzfresser" geween - onser Maschinist, de "Gena" es net fertich gen met ganze Holzscheidle en de Phans von der Maschin ninstoppe. En onserm Millehof war s Holz waggoneweis ofgschlicht, so dass mer manchsmol net em Nochber sei Hof ningsien hat. Späder han mei Vatter on mei Onkl di Maschin verkaaft on e moderne Dieselmotor (aus Köln) ningstellt (ich men, das war 1938); das hat sich schon ausgezaalt ghatt, weil s motorina jo domols noch billicher war. On wie di Mill so richzich modern "ausstafeert" war, es se 1947 enteignt gen. Wievill Eigntimer die zeider der Zeit ghatt hat, wees ich net on ich wees aa net, wie se heit ausschaut... Wie ich awer gheert han, hat de jetziche "proprietar" se scheen renovert on e modernes Haus draus gemach.
Oms Dorf rom hat s en meiner Kendheit vill Wassre ("Lake", "Baare") gen.Ich erinner mich ans große Hanefwasser, iwer das es e schmali Puntche gang. Ich sen awer nie gere driwer gang, well ich emmer schwindlich gen sen. Of dr Hutwed ware zimlich vill "Gänselecher" geween, dort han di Leit di fremde Gänscher on Entcher ningeleet ("rata de bitanga"). En de Knieser Wassre hat s domols aarich vill Fisch gen. Manche rumänische Baure han sich drom aa met Fischfange bschäfticht on oweds, wann de Zug dorch onser Dorf gfaar es (die Statzion heescht "Chinezu"), sen die Baure an die Bahn gang on han ehre Fisch verkaaft.

Em Friehjohr han di Fresch (das misse Tausende geween sen!) sich gephaart on han von oweds bes morjets "Hochzeitsmusich" gemach; das Gekwaks hat mer iwer s ganze Dorf gheert. Ich han awer derbei ganz gut schloofe kenne (heit tät mer saan, s war "Biolärm" geween). On well jetz von de Fresch di Red es, fallt mer grad e Lied en: "Die Fresch, die Fresch, das es e luschtich Khoor, die brauch mer jo net kamble, die han jo gar ke Hoor!" Nadanndann.
Ich kann mich aa noch ans "Skintchee" am Dorfend, geger Ketfel, erinnre. En dem Wasser (bei "dr Brick") han mer efters mol gebaad on wann mer rauskomm es, hat mer Blutzuckler (Blutegel) an de Fies ghatt!
Im Wender sen di Lake zugfroor on mer Kerle sen aa glei of s Eis gang, Schlittschuh laafe. Ich kann mich erinnre, dass do manchsmol die fantasiereichschte "Schlittschuh" of di Bogantsche gschnallt gen sen: Bredder met dickm Droot onne droff oder Schweinsknoche, di wo mer of der Onnerseit glattich gschliff on am Schuh feschtgebonn hat (von do kommt jo aa de Name "Eisbeen"). Natierlich hat s aa richtziche Schlittschuh gen, di hat mer mit me Schlessl an di Bogantsche feschtgschraubt.
In meim Lewe en Knies hat di Kerch e ganz wichtichi Roll gspillt. Onser Herr Dechant Amschlinger (de hat mich getaaft!) on sei eerschte Kaploon, de Herr Ratkay, han en mer s Intresse am Ministreere ("Diene") geweckt on ich war met grosser Freed so oft wie nor meglich am Altar gschtann. Derzu kommt noch, dass ich schon frie metm Orgle angfang han. Mei Grossvatter, de Glass-Lehre, hat e prima Fußharmonium ghatt, of dem han ich stonnelang Kerchelieder geiebt. On di han ich noo ball en der Kerch of der Orgl spille derfe. Di Kantorin, s Glass Mari, hat mer Kurasch gemach. Ich war ball richzich begeischtert on han emmer ungeduldich of de Sonndach gewaart, for en di Kerch gehn. Intressant war, dass ich en der eerscht Zeit noch gar ke Note gekennt han, ich han alles nor noom Gheer auswenzich gspillt! Späder war ich soweit, dass ich efters sonndachs leenich di Mess gspillt han, wann di Kantorin grad mol net derhem war. Do war ich ganz stolz on denk heit noch geere an di scheene Zeite zrock. Di Johre derhem ware iwrhaupt di schenschte en meim ganze Lewe geween.
Mer "große Buwe" on di "große Mädcher" han e "Komradschaft" ghatt on sen sonndachs emmer pinktlich en di "Mädcherreih" gang. An di Zeide denk ich aa emmer geere zrock...
Im Herbscht 1940 sen ich noo fort von derhem, en di "Stadt" (Temeschwar) for "weiderstudeere". Also war ich emmer nor en de Ferien derhem geween. On do erinnr ich mich grad, wie ich mol noo de Ferien zrock, en die Schul han misse, am vorletschte Owed vor der Abreis bei ons derhem, e "Abschiedspaprikasch" organisiert han. Ich han mei Komrade alli derzu engelaad. Onser Haus war zimlich groß geween, mer han om de Ecke 3 Zimmre ghatt (das war friejer s "Mayerschhaus" geween), di han leergschtann. En dem eene war e gemauerte Sparherd, also e prima Gelegnheit, for so e "Feschtesse" zu feire.(Heit tät mer saan: e "party").On wie han mer das gemach? Di Komrade han sich verpflicht, jeder met etwas zu dem Esse beizutraan. Ich han also s Zimmer gstellt, han s Esszeich on di Thellre beigschleppt on aa di Reindle for s Paprikasch dren koche. (On ich men, ich han aa noch s Brennes ausm Holzschopp beigebrong). Anre aus der Gsellschaft han Brot, Salz, Paprika on Fett gspendeert. S wichtichschte ware awer di Hingle on di han eerscht misse "organisiert" gen. Also han sich 2-3 "kurascheerte" Komrade of de Wech gemach for e phaar Hingle aus irgnd jemandm seim Hinglstall "beizuschaffe"("geft nor gut owacht, dass eich di Hunne net beisse oder dass se eich net verwische!). Inzwischn hat eener aus der Gsellschaft em Sparherd Feijer gemach und alles vorbereit, was mer zum Hinglspaprikasch brauch. Noo eener gut halb Ston sen di "Raawre" zrockkomm, mit... 3 Hingle un eener Ent! ("S hat ons keene verwischt!"). On noo es s lossgang. Onser Koch (das war de Gombkötö Matz) hat sich an di Arweit gemach on ich erinner mich noch gut dran, dass jemand von de Hingle on der Ent die Haut abgezoo hat (for brieje war jo ke Zeit geween!) on dass nor di Bruscht on di Schlegle ens Paprikasch komm sen, alles anre es weggeworf gen. On spoot en der Nacht, so geger zwaa Uhr, war s Esse endlich ofm Tisch on di Gsellschaft hat sich s gut schmecke geloss. Mer han aa e Eeemer voll Wein ghatt (de is aa, wer wees wann, mol bei jemandm "organisiert" gen) on so han mer luschtich gfeiert, bes s schon angfang hat, Tach zu gen. Wie di Komrade noo alli fort ware, hat s Zimmer ausgschaut, wie wann e Granat engschlaa hätt - s war e riesiches Torchnaner geween, awer ich han jo de anre Tach Zeit genuch ghatt, for alles wedder en di Reih zu grien. On noo, am anre Morje han ich feschtgschtellt, dass en onserm Hof di Hinglskepp on de Entekopp rumgelee han - on grad so vill Hingle on e Ent han... en meiner Motter ehrem Stall gfehlt! Also han di Hinglsraawer gar net so kuraschiert sen misse - sie han sich of di eenfachschti Art bedient ghatt, ohne was zu reschkeere. Wie mei Motter das alles gheert hat, han mer uns vor Lache ball de Phans halle misse...Bees ware mer awer net!
Jetz mecht ich, zum Schluß, noch was aus "meim" Knies verzähle: ich denk an di Ooschterwuch, wie di Buwe retsche un kleppre gang sen. Am Griendonnerschtach, wie di Glocke of "Rom gfloo" ware, han di Retschbuwe eere Denscht angetreet: di sen zwaa Täch lang en di Heiser gelaaf on han eere Sprich (zom Gebetlaude, Mettachlaude oder laude for en di Kerch geen) geruf. Am Karsamschtach, wie di Glocke wedder zrockkomm ware, sen di Buwe Haus for Haus gang on han von de Leit eere Lohn for zwaa Täch "Arweit" enkassert. Met Strohkerb, eener Blechbiks on met Kleppre ausgerischt sen se en di Heiser gang on han eere Oschterwunsch geruf. Wie se noo dermet fertich ware, han di Leit Aajer und Geld en de Korb on en di Biks geleet on sich so bei de Retschbuwe bedankt.
Ich kann mich noch gut dran erinnre, was di Retschbuwe am Karsamschtach "gekleppert" han(wie ich gheert han, hat die "Itze Wes Kathi" die Buwe engelert):

  "Klepper, klepper Maier,
die Vegl leje die Aajer,
staabaus, staabaus,
im Wender gehn di Hoor aus.
Das Veigl und die Blumen,
Der Sommer wird bald kommen.
Ihr liewe Leit, ihr liewe Leit,
jetz kommt die heil'ge Osterzeit.
Gibt uns Eier, gibt uns Geld,
gibt uns nur, was eich gefällt,
nor ke Schlee,
die tun weh!
Das Liedl ist gesungen,
der Groschen ist gewungen.
S Lied ist aus,
drei Dutzend Aajer oder Geld heraus!"
 

Un noo, wie de "Lohn" "gezaalt" war, han di Buwe sich bedankt:

  " Wir danken für die Gaben,
die wir empfangen haben.
Glick, Glick ens Haus,
Unglick, Unglick zum Raafang naus!"
 

Ich han "mei" Knies s letschte Mol em Juni 1996 korz bsucht. Ich sen dorchs Dorf gang, han awer kaum noch jemande gekennt. "Onser" Haus on di Mill ware em e grausliche Zustand geween on ich han mich bloß gewunnert, wie mer etwas soweit hat komme losse kenne. . . Ich war aa en "meiner" Kerch on han met Träne en de Aue of "meiner" alt, aarich verstimmte Orgl e phaar Lieder von friejer gspielt. Noo han mich aa for phaar Minute an de Altar gstellt, dohin, wo ich als Owerministrant emmer gstann on gedient han...Derbei han ich mich nomol jung gfielt on... nasse Aue han ich aa schon wedder ghatt.
In onserm Haus war e "Supermagazin" (Kooperativa), em Haus von meine Großeltre han Zigeinre gewohnt, ich sen aa garnet ningang on war iwrhaupt zimlich entteischt geween.
Noo me korze Bsuch em Kerchhof sen ich weidergfahr, met m Gfiel, dass ich s letschtemol doogeween war...Ich wer awer mei Dorf en Erinnerung bhalle, so lang, wie ich leb, on drzu noch en scheener Erinnerung!
Ich hätt eich noch gar vill verzähle kenne, awer mer muß halt mol Schluß mache. On so well ich alle Landsleit recht scheen grieße. Adje on bleibt gsond!

Eier Landesmann Robert Frank (die Leit han mich de Franks Robi genennt)

 
 

 

E Knieser erinnert sich ... an noch was!

Leit, ich kann net annerscht, ich muss eich doch noch was verzähle well mer das grad engfall es.
Alle heiliche Zeide sen Komediande ens Dorf komm. Do han mer ons alli aarich gfreit, das war doch mol e Abwekslung en onsrm Lewe! Die Trupp es met phaar so Zirkuswään angereckt komm on hat sich beim Vedder Roth am Wertshaus nidergeloss. De "Schef" war - ich erinner mich noch gut dran - e gewisse "Nandorbatschi" geween. Wieviel Leit dee oner sich ghatt hat, wees ich nimmi, awer s ware doch zimlich vill geween on e Haufe Kenner han se aa emmer derbei ghatt.
Kaum han di "Kinschtler" sich vor em Wertshaus breet gemach ghatt, sen phaar von der Trupp, ausgerischt mit Trommle on Trompeete, dorch s Dorf gang on han s "Programm" ausgeruf. Do han se getrommlt on vermeld, was se alles for Vorstellunge mache werre: Akrobate werre thurne, Mozi werd gspillt on e Zauberkinschtler werd weise, was er alles kann. Do han se, zum Beispill, geruf: "Englisches Drama in 7 Akten, 2 Akten Lustspiel" on dass di Leit aa wisse, was s Komedi koscht, han se glei di "Preise die Plätze" angekindicht.
Oweds, bevor di Vorstellung angang es, ware beim Vedder Roth em große Saal di Bänk ronderom gstann, so dass en der Mett e freie Platz war. De Moziapparat hat owe, of der Biehne gstann on de Nandorbatschi hat di Filmrolle on di Karbidflasch vorbereit. Wie noo di Leit alli em Saal ware (do sen emmer aarich vill Leit komm), hat s Komedi angfang. Z'eerscht sen di "Akrobate" renkomm on han ehr Programm vorgfeert: di han Porzlbaam gschlaa, han gethurnt, schongleert (jongliert) on iwrhaupt allerderhand Kunschtstecker gemach. Natierlich han se aa e Kloon derbei ghatt, de hat romgepojazlt on di Leit han sich aarich gut onerhall. Wie noo das "kinschtlerische Programm" rom war, sen di Bänk romgereckt gen on di Leit han neigierich of das "englische Drama" gewaart. Enzwischn hat de Nandorbatschi de Film en de Moziapparat engeleet on s Karbidlicht angebrennt. Das war e aarich starkes Licht geween, hat awer gstunk wie de Teiwl. Hie on do hat s aa mol hart geknallt, dass mer ganz verschrock es. Noo es s Licht im Saal ausgemach gen (das ware "Petrolux"-Lampe, di han e Gliestromp ghat on ware zimlich hell geween) on di Vorstellung es angang. De Mozisschpiller hat de Apparat met der Hand gedreht, das hat so e komisches Gereisch gemach, on derzu hat er "erklärt", was mer of der Leinwand grad gsitt (de Film war jo e Stummfilm geween). Do hat mer, zum Beispill, so e scheenes großes Haus gsien on de Mozimann hat hart geruf: "Dös is a Kastölln (Kastell) wo die Irrsinntichi drinne sein" (Also: e Narrehaus). Oder: "Dös is a Wettrennung mit die Rösser, in Bukarest" (on hinne hat mer de Eifflthurm von Paris gsien!). Oder: "Jetz hat die junge Frau ihren Kambel gefloren" (do es dem scheene Weib de Kambl aus de Hoor nunnergfall). On so es das weidergang, villeicht e Ston lang. On dernoo es noch das "Lustgspill" in zwaa Akte" komm. (Ich kann mich erinnre, dass do manchsmol de Pat on de Pataschon ehre Pojazlereie gemach han). Wann mer sich das heit awer so iwerleet, kann mer saan, dass das Ganze eigntlich garneks Bsondres geween war, meischtens ware doch mee verschiedene Filme zammgephickt geween on di enzelne Stecker han garneks metnaner zu ton ghatt! Awer di Leit ware jo net so haaklich, Hauptsach, di Bilder han sich "bewecht." Eemol war aa e Zauberkinschtler komm, dee hatt sich "Ben Aroli Bei" genennt on hat en seiner Vorstellung di Leit hipnotisert. So hat der mol phaar große Buwe uf di Biehne gholl on hat se en der Hipnose soweit gebrong, dass se met groß'm Appetit... Zwiwle gess han on derbei gemennt han, s wäre...Äppl! (Mer hat späder gheert, dass di Buwe vom "Meister" "angaschert" ware on gezaalt gritt han for s Metmache!! - Ob das woor war? Wer wees?).
Anersmol war en der Trupp e Seiltänzer geween. Do han se e dickes Drootseil gspannt, von eener Gasseseit of di aner on noo hat de Kinschtler of m Seil sei Kunschtstecker gemach. Eemol es eene do roff, hat sich en der Mett vom Seil of e Stielche ghokt on of me kleene Sparherd... Aajerschpeis gemach! On dass er s Gleichgwicht net verleert, hat er sich e aarich langi Stang zwerch iwer de Schooß geleet ghatt.
Eemol es so e Trupp ens Dorf komm on hat e aarich intressantes "Programm" ausgeruf: sie han e Hund, de kann ... Violin spille! Jau majko, das war e richzichi Iwerraschung geween, sowas hat jo noch keener gsien ghatt. On so sen aa an dem Owed di Leit nor so zum Roth ens Wertshaus komm, ens-zwaa war de Saal voll geween. Pinktlich hat s Programm angfang: di "Akrobate" han Porzlbaam gschlaa on allerhand Kunschtstecker gemach, de Kloon hat sich met seine Närrischkeide produzert on de Zauberkinschtler hat was vorghekst (was, wees ich nimmi). Alles scheen on gut, awer de "musikalische" Hund es on es net of die Biehne komm! Bes ofmool sen di Leit ongeduldich gen on han angfang zu rufe, wo dann de Hund stecht! Do es de Schef komm on hat vermeld, dass de Hund "leider erkrankt" wär, awer morje Owed, do werd er ganz bestimmt spille. Die Leit han sich natierlich ofgeregt, awer de Hund hat ne was gephiff (net gebillt!). S war also neks zu mache, di Vorstellung war aus on di Leit sen hemgang, en der Hoffnung, dass am anre Owed de Hund doch noch Violin spille werd...
Awer Schmeerkas: am anre Morje ware di "Kinschtler" iwer Berch un Tal geween on de "Wunnerhund" hat niemols jemand zu gsien gritt...

So, liewe Knieser Landsleit, jetz mach ich mei "Erinnrungsbuch" zu on verabschied mich nomol von eich. Adje, bleibt gsond, on vergesst onser Knies net!

Das winscht eich de Franks Robi

 
   
 
Sprichwörter, Redensarten und Redewendungen
(gesammelt von Annemarie Ebner)

Sprichwörter sind vom Volk geprägte Sprüche, die Lebensweisheit, Lebensregeln und Erfahrungen des täglichen Lebens vieler Generationen in sehr ausdrucksvoller Weise oft auch bildhaft wiedergeben.
Die Banater Schwaben haben eine Fülle von Sprichwörten, Redensarten und Redewendungen. Viele davon haben ihren Ursprung in den Heimatländern unserer Ahnen, andere wieder sind in der neuen Heimat, im Banat, entstanden. Mit der Zeit sind so manche Sprichwörter auch schon in Vergessenheit geraten. Die nachfolgend angeführten Sprichwörter, Redensarten und Redewendungen aus Knees sammelte ich in den Jahren 1972/73 mit Unterstützung von der "Itze Wes Kathi" (Katharina Röhrich), meiner Oma Maria Bentz, "Schreeder Baatschi“ (Nikolaus Schröder)und Jochums Vedder Kloos ( Nikolaus Jochum).

  • Kleene Kenner on Katze leere faule Weiwer zamraame.
  • Dee macht an zwaa Teech meh wie an eem.
  • Kneedle on Kraut fille em Bauer di Haut.
  • Loss mei Krappe en deim Fett backe, noh kannscht dei Speck en meim Kraut koche.
  • Alles hat e End, nor de Worscht hat zwaa.
  • De Appel fallt net weit vom Stamm.
  • Dee schlooft iwrem gehn en.
  • Dee kann mer om de Tood schecke.
  • Di Biene on di Schoof brenge es Geld em Schloof.
  • Dee heerts Graas wakse.
  • Mer soll sich net auszieje bevoor mer schloofe geht.
  • Derhem es derhem, on wanns hinerm Oowe es.
  • Damols han ti Spatze noch Schleppseewle getraa.
  • Dee was for a Ulaker geboor es, dee geft sei Lebtach ke Knackmesser.
  • A jede soll sich an seiner  Naas holle.
  • Jedem Narr gfallt sei Kapp.
  • Jede soll vor seiner Tier kehre.
  • Es es net emmer Kerwei, wann di Leit Kuche backe.
  • Wann di Katz net derhem es, noh tanze di Meis.
  • Wann di Meis satt sen, noh es es Mehl bitter.
  • Besser a Steck Broot em Sack, als wie a Fedder ofm Hutt.
  • Wo Tauwe sen, flieje Tauwe hin.
  • De het on de hat, haat niemols neks ghatt.
  • Wer hoch krawelt, fallt geere tief.
  • Dee macht a Gsicht, wie di Katz wanns donnert.
  • Korze Hoor sen schnell geperscht.
  • Wo neks es, geht neks verloor.
  • Gescht di was oweds komme, bleiwe geere iwer Nacht.
  • A beeses Weib es wie a hohche Zaun oms Haus.
  • Es es noch ke Meister vom Himmel gfall.
  • Es Aai well gscheider sen, wies Hingl.
  • Sperr dei Hingle en, ich loss mei Kokosch laafe.
  • Wer vill aanfangt, macht weenich fertich.
  • A plennes Hingl fent a mol a Kukrutzkeere.
  • Gschmack on Ohrwatsche sen verschiedn.
  • Di Wään wo fill kärkse, leewe lang.
  • Dee fercht sich wie de Teiwel vorm Weihwasser.
  • De Kruch geht so lang zum Pronne pesne brecht.
  • Dommheit on Stolz wakse of eem Holz.
  • De Vogel dee wo frie sengt, dee fangt di Katz.
  • Das es ghopst wie gsprong.
  • Dee gsit vor lauder Pääm net de Wald.
  • Hoffart muss Not leide.
  • Beese Hunne beise net.
  • Dee hats so geere wie a aldi Kuh sei Motter.
  • Weh muss Weh vertreiwe.
  • Wer zuletscht lacht, lacht am Beschte.
  • Was es Weib metm Scherz ausm Hof traat, kann de Mann metm Waan net renfaare.
  • Was dee of der Long hat, hatne of der Zong.
  • Was mer net wees, macht em net hees.
  • Arme Mann, sollscht neks han.
  • Hunger treibt Schuhnägel nunner.
  • Dee wo lang Sopp esst, dee lebt lang.
  • Ledich on los
    asta-i  frumos ( das ist schön)
    verheirat on aangeponn
    asta nu-i bun.(das ist nicht gut).
  • Spinne am Morgen  
    bringt Kummer und Sorgen.
    Spinne am Mittag
    bringt Freude am dritten Tag.
    Spinne am Abend
    bringt Freude und Gaben.
  • Messer,  Gabel, Scher’ und Licht
    sind für kleine Kinder nicht.
  • Das macht’s Kraut aa nimmi fett.
  • Em a gschenkte Gaul schaut mer net ens Maul.
  • De Gscheidre geft no.
  • Kenner on Narre saan di Wohrheit.
  • Mer kann net of  zwaa Hochzeide tanze.
  • E Schwalm macht noch ke Sommer.
  • De Horcher an der Wand, heert sie eigeni Schand.
  • Was mer net em Kopp hat, hat mer en de Fies.  
  • denn wie a Latt
  • lang wie a Bohnestang
  • Fies wie de Schollematz
  • domm wie die Nacht dongel
  • flink wie a Aajerwisselche
  • dee hat's fauschtedick hinner de Ohre
  • wann dee en di Millich schaut, no geft se sauer
  • schnaufe wie a gstopptni Gans
  • schaue wie a geropptni Gans
  • em a Loch en de Phanz rede
  • die han Geld wie Mischt
  • es geht wie gschmeert
  • stehle wie a Atzl
  • schloofe wie a Bär
  • de Mond for a Brotkerwus aanschaue
  • Schlee krien, daß die Schwarte krache
  • wie die Krott of der Hechel setze
  • wie de Aff ofm Schleefsteen setze
  • de Hahn em Korb sen
  • morjets metm lenkse Fuß offstehn
  • Jede Gascht macht met seim Bsuch a Freed: entweder wanne kommt oder wanne geht.
  • Die Leit lehrt mer erscht kenne, wammer met ne zu ton hat.
  • Wer de Kreizer net ehrt, es de Gulde net wert.
  • Met dem es net gut Kersche esse, weil de spautzt em die Keere ens Gsicht.
  • Dee hopst rom, wie de Forz en der Latern.
  • Wer sich onner die Kleie mischt, de fresse die Sei.
  • Dee hat alles schon ausproweert, norre's Ofhänge net.
  • Dee es met alli Salwe gschmeert.
  • Dee hat die Aaweit net erfonn.
  • Dee macht die Rechnung ohne de Wert.
  • Es Himmet es em näkschter wie's Leiwel.
  • Wo Nisse sen, sen a Leis.
  • Er es onrem Schlappe, bei denne hat es die Hosse an.
  • Doo hocke se on han Hittcher of.
  • Komm ich heit net, komm ich morje.
  • Das geht of ke Kuhhaut.
  • Doppelt genäht halt besser.
  • Owwe hui, onne pui.
  • Wann norre jede Taach Sonndach wär, on derzwischen a Feiertaach.
  • Leicht esses en die Hell zu komme, wammer de Teiwel  for Großvatter hat.   
  • di Katz em Sack kaafe (unbesehen kaufen)
  • eene setze han (einen Rausch haben)
  • em Heft  han (einen Schwips haben)
  • eene iwer de Dorscht trenge  (zuviel trinken)
  • dee hat nimmi de Wechsteier (übermäßiger Alkoholgenuss)
  • sich ausm Staab mache (verschwinden)
  • sich di Herner abrenne (durch Erfahrung klug werden)
  • kloore Wein enschenge (die nackte Wahrheit sagen)
  • a Maul wie a Scheereschleifersch ( wenn jemand viel redet)
  • net ofs Maul gfall  (schlagfertig, redegewandt)
  • Hunich oms Maul schmeere  (schmeicheln, schöntun)
  • iwers Knie breche (etwas mit Gewalt durchführen)
  • wie die Kuh vorm neije Toor stehn (dumm da stehen)
  • en de Krautgaarte schaue (schielen)
  • a Bär ofpenne ( Unwahres erzählen)
  • de Rahm abscheppe (den Vorteil haben, das Beste nehmen )
  • de Naagel of de Kopp treffe (das Richtige Tun, Sagen )
  • de Schwob hat em ens Gnack gschlaa (jemand der Hochdeutsch spricht, dem man aber den schwäbischen Dialekt anmerkt)
  • an de Pheer ehre Phingschte ( vertröstende, ungewisse Zeitangabe)
  • wann de Knowl blieht  ( irgendwann mal ...)
  • an Pefferneijohrstaach( Vertröstung auf einen ungewissen Zeitpunkt).
  • es geht aus wie ofm Matz seiner Hochzeit ( wenn etwas gerade noch ausreichend vorhanden ist)
  • sich beim Salzamt beschweere ( eine Beschwerde ohne Aussicht auf Erfolg)
  • for jemand di Hand ens Feijer leeje (für jemanden gerade stehen)
  • sich wie Hund on Katz vertraan (sich überhaupt nicht vertragen)
  • onner dr Hand kaafe (heimlich, inoffiziell kaufen)
  • of di langi Bank schiewe  (wenn man etwas Unangenehmes immer wieder hinausschiebt)
  • Hoor of der Zong han (jemand hat ein böses Mundwerk)
  • jemand es arm wie Lazarus (sehr arm sein)
  • jemand es arm wie eine Kerchemaus (jemand ist sehr arm)
  • sich grien on geel ärchre(wenn sich jemand ganz schlimm über etwas ärgert)
  • jemand of Lumbl on Lewer priefe (Jemanden ganz genau prüfen)
  • en der Nacht sen alli Kih schwarz (im Dunkeln kann man nicht viel erkennen)
  • frech wie a Kweck ( wenn jemand sehr frech ist)
  • aus ere Mick a Elefant mache (übertreiben)
  • etwas an die groß Glock hänge (etwas ausplaudern, etwas gleich weitererzählen)
  • a Sach kritt Fies (etwas verschwindet, wird geklaut)
  • etwas en de Raafang schreiwe (wenn jemand etwas Ungewöhnliches, Unerwartetes tut)

(zurück zum Anfang)


Aberglauben und "Brauche"
(Awerglaawe on Brauche)

(aufgeschrieben von Annemarie Ebner)

Das bäuerliche Leben war auch vom Aberglauben geprägt, der auf die vorchristliche Zeit, als es noch heidnische Bräuche gab, zurückgeht. Der Aberglaube war früher in der Bevölkerung fast so stark verwurzelt wie der christliche Glaube. Wenn alle Hausmittel nicht halfen, wandte man sich an eine Braucherin. Da als Verursacher von Krankheit, Geister und Dämonen galten, begegnete man ihnen mit Gegenzauber und Besprechen („Brauche“). Dabei wurden spezielle Heilformeln gemurmelt und die Hand auf oder über die erkrankte Stelle gelegt, um die gewünschte Heilung herbeizuführen. Meist wurde dies bei Vollmond vollzogen.
Friejer soll onne em Taal a Weib gewohnt han, das hat gebraucht. Wann mer e Owerpeen ghat hat, hat’s wann de Moond zrockgang  es gsaat: „So wie de Moond zrockgeht, so soll dei Owerpeen vergehn.“
Wammer a Waartzel ghat hat, on’s for a Gstorbne ausgelaut hat, hat mer a Eemer Wasser gscheppt, von dem Wasser of di Wartzel getoon on gsaat: „For de Verstorbne lauts aus, ich wesch mei Wartzel raus.“

Beim Sammeln von Aberglauben (1972/73)  waren mir meine Oma Maria Bentz, „di Itze Wes Kathi“ (Katharina Röhrich), „de Jochums Vedder Kloos“(Nikolaus Jochum) und „de Schreeder Baatschi“ (Schröder Nikolaus) behilflich.

  • Wammer wohin geht on zuerscht meteme Weib zammkommt, noo hat mer Ongleck. Wanns awer a Mann oder a Zigeiner es, noo hat mer Gleck.
  • Wammer meteme Raafangskehrer zammkommt, soll  mer a Knopp romtreede (wanna aa losgeht),  weil das brengt Gleck.
  • Wammer a Spigl brecht, hat mer siwe Johr Ongleck.
  • Wammer a vierpledriches Kleeplaat fend, bedeit’s Gleck
  • Wammer a Hufeise fend, soll mer’s zrockzus iwer de Kopp werfe, das brengt Gleck.
  • Sterbt em neije Johr zuerscht a Mann, es di Feldaarweit schwer.
  • Wann’s em im Ohr klingelt, denkt jemand an em.
  • Wammer de Schluckse hat, denkt jemand an em.
  • Wann di Naas peisst, es a Fremde em Dorf.
  • Wammer Salz ofm Tisch ausschtraut, gefts Streit.
  • Thuddert’s Feier em Oowe, gefts Streit em Haus.
  • Wammer em Zimmer Balle spillt on a Gluck of de Aajer setzt, gehn ke Hingelcher aus.
  • Verschleckt mer sich iwrem Esse, vergunnt em jemand’s Esse net.
  • Peisst em ti lenksi Hant, krit mer Geld. Peisst em ti rechtsi Hant, geft mer Geld aus.
  • Wammer e Schwalwenischt ronnerwerft, geft di Kuh roodi Millich.
  • Wann di Kie ke Millich ghatt han, hat mer gsaat, dass di Trutte di Kie gemolk han.
  • Scherwle brenge Gleck, awer nor wan’s Porzlaanscherwle sen. Glaasscherwle brenge Ongleck on Träne.
  • For das di Kenner net bschrie gen, hat mer ne a  roode Faadem oms Handgelenk romgebonn.
  • Wammer’s erschte mol eme Haus schlooft, soll mer vor’m schloofegehn en alle vier Ecke vom Zimmer schaue. Was mer dann treemt, das erfillt sich.
  • A aangenaageltes Hufeise of der Schwell von der Stalltier bedeit Gleck.
  • Wann a Eil ofm Hausdach gschrie hat, hat’s Tod bedeit:  Di  alde Weiwer han gsaat, das di  Eil „komm  met, geh met“ schreit.
  • Zwischen Weihnachte on Neijohr, soll mer net wesche on ke Wesch ofhänge, weil sonscht jemand sterbt.
  • Zwischen Weihnachte on Neijohr soll mer ke Broot backe, weil so wie mer de Taaich en der Backmolder zudeckt, so deckt mer jemand aus der Familie en der Toodelaat zu.
  • An Neijohr soll mer Schweinefleisch esse, weil di  Schwein vorzus wuhle - das bedeit Gleck.
  • Weil di Hingle zrokzus scherre, soll mer an Neijohr ke Hinglsfleisch esse. Sonscht geht mer meter ganzi Wertschoft zrokzus.
  • Wenn de Hund heilt, sterbt  jemand em Haus.
  • Wann de Kokosch oweds em Stall kräht, bedeits Tod.
  • A schwarzi Katz brengt  Ongleck.
  • Kraakegschrei brengt neks gutes. Es geft gsaat: „Di Kraake halle Leicht“.
  • Gäscht kritt mer, wann te Kokosch ofm Mischt kräht, oder wann ti Katz sich wäscht.
  • Wann de Esel schreit, de Frosch kwackt, de Kokosch kräht oder de Hund Graas fresst, dann reents.
  • Wann di Ometze sich em Friejohr of eme Haufe sammle, noh gefts vill reen em Sommer on Herbscht.
  • Flieje di Kraniche tief, gefts vill Schnee, flieje se hoch, gefts a harte Wender awer ohne Schnee.
  • Spenne di Spenne am Owed a Netz, gefts a scheeni Nacht.
  • Wann di Storche em Friejohr spoot komme, gefts ke guudi feks (Ernte).  Werfe se kleene Sterch ausm Nischt, gefts a trocknes Johr. Werfe se awer Aajer ausm Nischt, gefts vill Reen.
  • Wann di Schwalwe morjets hoch flieje, gefts a scheene Taach, flieje se tief, gefts Reen.

(zurück zum Anfang)


Traumdeutungen

  • Wammer von dreckichem Wasser treemt, es schlecht, es bedeit Krankheit.
  • Treemt mer von Prunjer, bedeits Krankheit oder Tood.
  • Treemt mer von Ratze, krit mer Geld.
  • Treemt mer von Schlange es em jemand neidisch.
  • Treemt mer von Schwein, hat mer Gleck.     

(zurück zum Anfang)

 
 

_______________________________________________________________________________________

Alle Rechte vorbehalten
© by webmaster
© Design und Layout
 by webmaster
Stand 04.01.2012